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Golden Globes 2013 Das selbstverständliche Outing der Jodie Foster


Das Jodie Foster ihre Söhne gemeinsam mit einer Frau großzieht, war bisher ein offenes Geheimnis. Bei den Golden Globes sprach sie zum ersten Mal öffentlich über ihre Homosexualität - irgendwie.

Waren es die Erinnerungen an Ricky Gervais eindeutig zweideutige Witze aus dem letzten Jahr, der fragte, wie viele Männer schon Jodie Fosters Bieber gesehen hätten? Oder wollte Foster mit 50 Jahren endlich einen Stein von ihrem Herzen stoßen? "Ich bin gerade etwas nervös, aber nicht so nervös wie meine PR-Beraterin. Es muss raus."

Jodie Foster, Hollywoods großes Chamäleon. Nur wenige Schauspieler haben jemals zwei Oscars für eine Hauptrolle gewonnen, so wie es ihr gelang. Über ihr Privatleben ist so gut wie nichts bekannt, obwohl sie seit unglaublichen 47 Jahren Filme dreht. Mit 13 brillierte sie neben Robert De Niro als drogensüchtige Prostituierte in "Taxi Driver" und wurde dafür zum ersten Mal für einen Oscar nominiert.

"Ich brauche etwas Unterstützung für den folgenden Satz", forderte sie das Golden-Globe-Publikum am Sonntag Abend auf. Doch statt zum ersten Mal über das offene Geheimnis ihrer Sexualität zu sprechen, sagte Foster listig: "Ich bin Single."

Nebulöse Zukunftspläne

Die Lacher des Publikums waren auf ihrer Seite. Jahrelang war Foster mit einer Frau liiert. Auch wenn sie in der Folge sagt, dass dies kein Outing sein sollte - dies wäre etwas Privates und jedem in ihrem Umfeld hätte sie sich schon geöffnet - nie zuvor hatte sie ihr Lesbischsein öffentlich thematisiert. Jetzt wählte sie den Auftritt vor einem internationalen Millionenpublikum und den wahrscheinlich größten Moment ihrer Karriere für dieses Bekenntnis: den Golden Globe für ihr Lebenswerk.

Fosters Offenheit löste beim Kurznachrichtendienst Twitter innerhalb kürzester Zeit eine Flut von Kommentaren aus. Viele Nutzer sprachen dem Hollywoodstar ihre Anerkennung aus. Einige erklärten gar, dass Foster sie zu Tränen gerührt habe. Obwohl sie sich getrennt hätten, bezeichnete Foster ihre ehemalige Lebensgefährtin als ihre beste Freundin. Sie seien das beste Elternteam, das man sich vorstellen könne.

Zum Abschluss wurde Foster undeutlich und mysteriös. Es sei Zeit für sie, neue Herausforderungen zu suchen. Sie werde zwar weiterhin Geschichten erzählen, aber nicht mehr auf der großen Leinwand. Was genau sie damit dem ergriffen schluchzenden Publikum mitteilen wollte, lies Foster offen.

ono mit DPA

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