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Hamburg kondoliert Kabel: "Uns Heidi"

"In Hamburg sagt man Tschüss": Alle Menschen, die sich von Volksschauspielerin Heidi Kabel verabschieden wollen, können sich seit Mittwoch in ein Kondolenzbuch im Rathaus eintragen.

"In Hamburg sagt man Tschüs": Alle Menschen, die sich von Volksschauspielerin Heidi Kabel verabschieden wollen, können sich seit Mittwoch in ein Kondolenzbuch im Rathaus eintragen. "In der Rathausdiele liegt neben einem Foto und einem Blumenstrauß das Kondolenzbuch der Hansestadt aus", sagte Bürgerschaftssprecher Ulfert Kaphengst am Mittwoch.

In den kommenden Tagen will sich die Familie Mahler mit dem Ohnsorg-Theater über eine öffentliche Trauerfeier - eventuell im Hamburger Michel - abstimmen. Nach Angaben von Ohnsorg-Intendant Christian Seeler soll die beliebte Volksschauspielerin im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

"Der Name Heidi Kabel und der Name des Ohnsorg-Theaters sind untrennbar miteinander verbunden", sagte Seeler. Ihr Publikum habe ihr ein einzigartiges Attribut verliehen, das mehr bedeutet als jeder Preis und jede andere Auszeichnung: "Uns Heidi".

Im Ohnsorg-Theater liegt bereits seit Dienstag ein Kondolenzbuch aus, in das sich schon viele Menschen eingetragen haben. "Danke für schöne Stunden, tschüß Heidi", hat zum Beispiel Hans Petersen geschrieben. Und "Vielen Dank, dass ich durch Sie so viel lachen durfte. Tschüs." Ein anderer schreibt: "Sie haben mir Theater schon als Kind nahe gebracht."

Auch zahlreiche Politiker, Intendanten und Schauspieler würdigten die am Dienstag im Alter von 95 Jahren gestorbene Schauspieler als "Hamburger Original" und "Mutter Courage der kleinen Leute". "Heidi Kabel war gelungen, was nur ganz Großen der Bühne gegeben ist: Ihr Publikum hatte sie ins Herz geschlossen - ein für allemal. Heidi Kabel war mehr als eine populäre Volksschauspielerin, sie war eine ganz natürliche große Menschendarstellerin", schreibt Altbürgermeister Henning Voscherau im "Hamburger Abendblatt". "Wer ihr zuschaute und zuhörte, wusste: Sie ist eine von uns geblieben, der Ruhm ist ihr nicht zu Kopf gestiegen."

Für Schauspieler Jan Fedder ist "beim letzten großen Leuchtturm des Nordens das Licht ausgegangen". Und Regisseur Detlev Buck, der mit ihr ihren letzten Kinofilm "Hände weg von Mississippi" drehte, sagte: "Heidi Kabel hat als Schauspielerin Identität geschaffen und Wärme ausgedrückt. Durch ihre direkte, kernige Art hat man sich wohlgefühlt, im besten Sinn. Heute, wo alles global und international sein will, ist viel von dieser Wärme und Identität verloren gegangen."

Auch Thalia-Intendant Joachim Lux stellte fest: "Am Tode von Heidi Kabel erkennt man, was uns fehlt: Künstlerpersönlichkeiten, mit denen sich die gesamte Bevölkerung identifizieren kann."

Trauerfeier für Heidi Kabel im Michel

Die Trauerfeier für Heidi Kabel wird nächsten Freitag (25. Juni) im Hamburger Michel sein. "Die Familie möchte Heidi mit einem Lächeln verabschieden, es soll ein heiterer Abschied werden", sagte Ohnsorg-Intendant Christian Seeler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Hauptkirche St. Michaelis bietet Platz für 2500 Menschen. "Das wird nicht reichen, da bin ich mir sicher", meinte Seeler, an dessen plattdeutscher Bühne Heidi Kabel 66 Jahre gespielt hatte. Er könne sich jedoch vorstellen, dass der Norddeutsche Rundfunk (NDR) die Trauerfeier überträgt. Anschließend soll die Volksschauspielerin im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

DPA / DPA