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Harald Schmidt: Doch nicht herzlos

Der als skrupelloser Entertainer verschriene Harald Schmidt hat anscheinend doch ein Herz. Der Start seiner Late-Night-Show wird wegen der Flutkatastrophe möglicherweise verschoben.

Noch ist es nicht sicher, ob Harald Schmidt am 19. Januar mit der regelmäßigen Ausstrahlung seiner neuen Late-Night-Show beginnt. Der Grund sei die verheerende Flut in Asien und ihre Folgen. "Das müsste man abwarten", sagte der 47-Jährige in einem Interview. In den Tagen unmittelbar nach den Ereignissen in Asien hätte er die Sendung "hundertprozentig nicht" produziert. Er würde die Flut und die Folgen allerdings dann zum Thema machen, "wenn ein Übereinsatz von Rückkehrern in den Talkshows stattfindet", so Schmidt.

Schmidt sagte, er sei stolz, dass die ARD auf die Rechte am Fußball-Uefa-Pokal verzichten wolle, um seinen Einsatz zu finanzieren: Nun müssten die Zuschauer nicht mehr sehen, "wie unsere Elite-Kicker am Nachmittag in grauen, regnerischen Beitrittskandidaten-Ländern herumstolpern."

"Meine erste Sendung war ja absolute Weltklasse!"

Für seine Show kündigte er ein Comeback der Französin Nathalie an sowie eine Rolle für den Sprecher des ARD-Verkehrsratgebers "Der siebte Sinn", Egon Hoegen. Thematisch will er demnächst unter anderem Schiller und Einstein, die Wahlkämpfe in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie die Besuche von US-Präsident Bush und des Papstes aufgreifen. Er hoffe sehr, so Schmidt, "dass ein Politiker aus der fünften bis elften Reihe in Füssen oder Bad Oldesloe vor elf Leuten durchdreht und sagt, dieser Krieg wurde uns aufgezwungen. Damit die Empörungsmaschine noch mal auf Hochtouren laufen kann."

Er und die Zuschauer müssten sich allerdings erst an das neue Halbstundenformat gewöhnen, erklärte der Entertainer. Kritik an seiner ersten Sendung am 23. Dezember wies er zurück. Er habe danach das übrige Fernsehprogramm intensiv studiert und müsse nun sagen: "Meine erste Sendung war ja absolute Weltklasse!" So was Gutes habe er lange nicht mehr gesehen. "Eine solche Granatenspitzensendung abzuliefern nach einem Jahr Pause, da werde ich mir selbst schon fast unheimlich." Seine erste Sendung am 23. Dezember hatten 5,16 Millionen Zuschauer gesehen.

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