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HAUSDURCHSUCHUNG: Party-König Ammer im Visier der Steuerfahndung

Naddel, Dieter Bohlen oder Jenny Elvers - wenn Michael Ammer eine Party gibt, kommen alle. Jetzt hat der Party-König Besuch der unangenehmeren Art bekommen: die Steuerfahndung.

Der Hamburger »Party-König« Michael Ammer kommt nicht aus den Schlagzeilen: nach Kokain-Ermittlungen und Körperverletzungs-Prozessen bringt dieses Mal die Steuerfahndung den 42-Jährigen auf die Seiten der Boulevard-Presse. Nach Zeitungsberichten hatten Polizisten und Steuerfahnder Ammers Wohnung in Geesthacht, Zimmer des Lebemanns in den Hamburger Hotels »Atlantic« und »Interconti«, das Nobelrestaurant »Wollenberg« sowie die Wohnung seines Bruders und Geschäftsführers durchsucht. Es soll um einen »ungeklärten Vermögenszuwachs« von mehr als 56.000 Euro gehen. Die zuständige Oberfinanzdirektion in Kiel lehnte am Freitag eine Stellungnahme zu dem Vorgang und zur Durchsuchungsaktion ab.

»Die Reichen zahlen den Champagner«

Auf seinen Partys in exklusiven Restaurants wird der stets gebräunte »Schampus-Michi« meist von attraktiven Frauen und Prominenten begleitet. Musikproduzent Dieter Bohlen gehört ebenso zu Ammers Stammgästen wie »Tagesschau«-Sprecher Jens Riewa. Die Schauspieler Heiner Lauterbach und Til Schweiger sind häufig Gäste im abgetrennten VIP-Bereich. Auch Ex-Heidekönigin Jenny Elvers zählt zu Ammers Freundeskreis. Bei seinen rauschenden Partys setzt Ammer, der gern selbst im Mittelpunkt steht, auf ein bewährtes Erfolgsrezept: »Zu einer guten Party gehört eine Mischung aus tollen Mädchen und Leuten mit Kohle. Die Schönen locken die Reichen. Und die Reichen zahlen den Champagner«.

»Party-König« bei der Justiz kein Unbekannter

Nicht nur bei den Reichen und Schönen, auch bei Polizei und Justiz ist der selbst ernannte »Party-König« kein Unbekannter. Bereits 1995 stand Ammer wegen Kokain-Besitzes, gefährlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung vor Gericht. Laut Hamburger Landgericht hatte er die damals 22-jährige Ex-Miss-Bremen mit dem Versprechen, dass Till Schweiger und Heiner Lauterbach auf sie warten würden, in ein Hotel gelockt. Dort hielt er sie 24 Stunden lang fest und zwang sie, Kokain zu schnupfen. Sie musste sich nackt ausziehen, Ammer ließ sich als »Herr und Meister« anreden, schlug und fesselte die Frau. Der Promi- Freund wurde zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und 10.000 Mark Schmerzensgeld verurteilt.

Zwei Verfahren eingestellt

Im vergangen Jahr stand Ammer erneut vor Gericht, weil er ein 29-jähriges Model auf einer Party im Szene-Lokal »Wollenberg« mit solcher Wucht auf einen Aschenbecher gestoßen haben soll, dass sie eine Prellung im Gesicht erlitt. Gegen eine Zahlung von 20.000 Mark an die Frau hatte das Amtsgericht das Körperverletzungs-Verfahren allerdings eingestellt. Einige Monate nach diesem Prozess beschuldigte die Frau den 42-Jährigen, ihr im »Wollenberg« Kokain angeboten zu haben. Die Staatsanwaltschaft ging dem Vorwurf nach, stellte die Ermittlungen aber wieder ein, ohne das sich Ammer erneut vor den Schranken der Justiz verantworten musste.