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Sharing-Plattform Airbnb-Vermieter müssen zittern - Steuerfahnder haben Unterlagen

Zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, Infinity Pool, Sonnenterasse – und das alles in Pink. Diese Villa in Malibu lässt das Herz von Barbie-Fans höherschlagen. Der Clou: Jeder kann das Traumhaus in Los Angeles für zwei Nächte bei Airbnb mieten. Vom 27. bis zum 29. Oktober können bis zu vier Urlauber in dem Luxus-Puppenhaus leben. Und diesen Blick gibt es umgerechnet für gerade einmal 54 Euro die Nacht. Den Zuschlag bekommt, wer am 23. Oktober um 20 Uhr deutscher Zeit am schnellsten bucht. Und neben dem pinken Luxus gibt es noch mehr Extras: Zum Beispiel Fechtunterricht mit der Profi-Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad. Das Ganze ist eine Aktion des Barbie-Herstellers Mattel und der Buchungsplattform Airbnb. Denn die Kult-Puppe feiert 2019 ihren 60. Geburtstag. Airbnb unterstützt im Zuge der Aktion das Charity-Projekt "The Barbie Dream Gap Project", eine Initiative zur Aufklärung über geschlechtsbezogene Vorurteile und zur Förderung junger Frauen. Wer die Jubiläums-Aktion verpasst, kann die Villa auch später bei Airbnb buchen – allerdings ohne Deko und zu einem anderen Preis.
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Wer Wohnraum über die Vermittlungsplattform Airbnb vermietet und die Einnahmen nicht versteuert hat, könnte demnächst Besuch von der Steuerfahndung erhalten. Vermietern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Eine Sondereinheit der Hamburger Steuerfahndung hat gemeinsam mit anderen Bundes- und Landesbehörden in einem mehrjährigen internationalen juristischen Verfahren erreicht, dass Airbnb die Daten von Vermietern zu steuerlichen Kontrollzwecken herausrücken muss.

Diese würden nun von den Hamburger Steuerfahndern ausgewertet und auch an andere Bundesländer weitergereicht. Die Behörden benennen Airbnb nicht offiziell, sondern sprechen von einem "weltweit agierenden Vermittlungsportal für Buchung und Vermittlung von Unterkünften". 

"Dies ist ein großer Erfolg der Steuerfahndung Hamburg", sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Bundesweit handele es sich um das erste erfolgreiche internationale Gruppenersuchen im Zusammenhang mit Vermietungsumsätzen über Internetplattformen.

Verschwiegenen Einnahmen auf der Spur

"Damit ist ein wichtiger Durchbruch zur Aufhellung dieses erheblichen Dunkelfeldes erreicht worden", sagte Dressel. "Die Daten werden dazu beitragen, bisher den Finanzämtern verschwiegene Einnahmen aufzuspüren, um sie der Besteuerung zu unterwerfen."

Einnahmen aus Airbnb-Vermietungen sind zu versteuern, soweit sie 520 Euro jährlich übersteigen und das Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag (9408 Euro für Singles) liegt. Bei einer Steuerhinterziehung sind eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich, wobei besonders schwere Fälle auch mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können.

Unabhängig von der erteilten Strafe steht die Nachzahlung der hinterzogenen Steuern der vergangenen zehn Jahre an, samt eines Verzugszinses von sechs Prozent.

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tib/DPA

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