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Missbrauchs-Prozess Hier soll Andrew sein Opfer missbraucht haben: früheres Haus von Ghislaine Maxwell steht zum Verkauf

Prinz Andrew und Virginia Roberts
Prinz Andrew und die damals 17-jährige Virginia Roberts. Im Hintergrund steht Ghislaine Maxwell. Es soll in dem Haus in Belgravia aufgenommen worden sein.
© Picture Alliance
Das ehemalige Haus der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell in London steht wieder zum Verkauf. In dem Haus soll Prinz Andrew Sex mit Virginia Roberts gehabt haben – einer damals Minderjährigen. Der zweifelhafte Promifaktor treibt den Preis in die Höhe.

Das hübsche Häuschen im Londoner Stadtteil Belgravia ist, kann man sagen, ein Haus mit Geschichte. Schließlich gehörte es bis vor Kurzem noch Ghislaine Maxwell, einer engen Vertrauten des verstorbenen US-Milliardärs Jeffrey Epstein. Also der Frau, die jüngst unter anderem wegen "Menschenhandel mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecke" in den USA für schuldig gesprochen wurde.

Besonders pikant: Prinz Andrew soll dort mit der damals 17-Jährigen Virginia Roberts Sex gehabt haben. Auch das inzwischen weltbekannte Bild der beiden soll dort aufgenommen worden sein. Vor einem knappen Jahr musste Maxwell das Haus verkaufen, um ihre horrenden Anwaltskosten begleichen zu können, nun ist es schon wieder auf dem Markt – und der Wert ist wohl beträchtlich gestiegen.

Prinz Andrew: Sex in der Badewanne?

Rund zwei Millionen Euro brachte Maxwell der Verkauf des Hauses im vergangenen April ein. Eine Immobiliengesellschaft übernahm das Gebäude. Jetzt steht es wieder zum Verkauf (hier ist das Angebot mit Bildern). Das Sümmchen, das nun dafür verlangt wird: mehr als 3,1 Millionen Euro. Für diesen Preis gibt es drei Schlafzimmer in exklusiver Wohnlage. Aber nicht nur. Denn das Haus spielt auch eine unrühmliche Rolle in der Klage von Virginia Roberts (inzwischen Virginia Guiffre) gegen Prinz Andrew. Sie behauptet, dort im Badezimmer Sex mit dem Prinzen gehabt zu haben. Damals habe sie auf Anweisung von Epstein und Maxwell gehandelt und sei zu sexuellen Handlungen gezwungen worden.

"Ich drehte den Wasserhahn für die Badewanne auf und die Hitze des Wassers begann, den kleinen Raum zu beschlagen ... Ich versuchte, das Beste aus meiner Jugendlichkeit zu machen, um verführerisch zu wirken, und begann, mich Stück für Stück zu entkleiden", schreibt Virginia Roberts (inzwischen Guiffre) in ihren Memoiren über die mutmaßliche Begegnung mit Prinz Andrew. "Er liebte jede Sekunde davon, als ich zu ihm hinüberging, wo er wartete und zusah, und dann begann, ihn auszuziehen." Demnach seien die beiden nach einem Abend im Nachtclub in dem Haus in Belgravia eingekehrt, hätten dort Sex gehabt. Es steht Aussage gegen Aussage. Prinz Andrew bestreitet die Anschuldigungen, will die Frau nie getroffen haben.

"Charmantes, renovierungsbedürftiges Haus"

Dazu kommt, dass Guiffre in ihrem Buch ein Badezimmer beschreibt, das es so zumindest nicht mehr gibt. Es habe sich um eine Badewanne im viktorianischen Stil gehandelt, die freistehend im Raum platziert war. Bilder auf der Immobilienwebseite zeigen ein anderes Badezimmer. Größere Baumaßnahmen seien seit dem Verkauf im vergangenen Jahr nicht vorgenommen worden, wie der britische "DailyMail" von Insidern wissen will. Auch ein alter Grundriss des Hauses zeigt demnach eine Alkovenbadewanne. In der Verteidigung Andrews könnte dieser Fakt eine Schlüsselrolle einnehmen.

Unabhängig von dem zweifelhaften Promi-Faktor des Hauses, wird die Immobilienugesellschaft wohl wenig Schwierigkeiten haben, das Haus loszuwerden. Belgravia zählt zu den exklusiven und entsprechend sehr teuren Vierteln in London. Der Preis von rund drei Millionen ist vergleichsweise niedrig. Dafür müssen die Neubesitzer aber auch etwas Liebe hineinstecken. Denn, so steht auf der Webseite nachzulesen, es handele sich um ein "charmantes, renovierungsbedürftiges Haus" mit "viel Potenzial für einen neuen Käufer".

Quelle: The Mirror, Prime Location

tpo

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