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Hohenzollern-Hochzeit: Kaiserliches Küsschen

Keine regierenden Häupter, kein Pippa-Po, nur ein Pferd, das in Ohnmacht fiel. Aber egal: Wäre Deutschland eine Monarchie, hätten wir jetzt ein neues Kaiserpaar.

Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Braut Sophie Prinzessin von Isenburg sind in Potsdam getraut worden. Zwei Tage nach der standesamtlichen Hochzeit gaben sie sich bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Friedenskirche in Potsdam das Ja-Wort. Im offenen, nachtblauen Landauer ging es dann - gezogen von sechs Pferden - durch die Innenstadt zu den Neuen Kammern im Schlosspark Sanssouci. Die rund 650 Gäste, Adelige wie Prominenz, gingen dagegen meist zu Fuß durch den Park zu dem Empfang. Am Abend war ein Galadinner im privateren Stil in die Orangerie geplant.

Feier ohne gekrönte Häupter

Die Hochzeit beweist, dass selbst das Haus Hohenzollern bescheiden sein kann. Unter dem letzen Kaiser, Wilhelm II., der gern in exotischen Uniformen stolzierte, konnte es nie genug Glanz und Gloria geben. Heute merkt man, dass das Haus Hohenzollern nicht mehr auf dem Thron sitzt und niemand eine baldige Wiederkehr der Monarchie in Deutschland erwartet.

Auf den Glanz von Königen und Königinnen, auf regierende Häupter, musste diese Hochzeit verzichten. Immerhin haben große Adelshäuser Vertreter geschickt, besonders stark vertreten waren die Hessen und die Bayern. Zu den Gästen zählten aber auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, der das Paar am Donnerstag standesamtlich getraut hatte. Kanzlerin und Bundespräsident waren hingegen nicht präsent. Zu den Highlights aus der High Society zählten dann schon Griechenlands Ex-Nationaltrainer Otto Rehagel und Ehefrau Beate und Modeschöpfer Wolfgang Joop. Ein Vergleich zur königlichen Hochzeit in London verbietet sich.

Immerhin säumten Zaungäste die Straßen, um den Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers und seiner Braut zu huldigen. Wenige Meter entfernt hallten Protestrufe von einer überschaubaren Gegendemonstration. Laut Polizei blieb es aber friedlich. Auch die Vertreter des deutschen und europäischen Hochadels, größtenteils zu Fuß unterwegs, kamen ungehindert zur Kirche.

Kra/DPA / DPA