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Radsport K.o. fürs Küsschen: Tour de France stellt Siegern jetzt Mann und Frau an die Seite

Sprintkönig Peter Sagan auf dem Podium der Tour de France 2019 in Paris - umrahmt von zwei Hostessen
Farblich abgestimmt, rahmten zwei Hostessen seit Jahren die Stars des Radsports bei der Siegerehrung ein. Damit soll nun Schluss sein.
© Bettini Luca / Picture Alliance
Die Verantwortlichen der Tour de France haben klein beigegeben. Nach Protesten aus der MeeToo-Bewegung streicht Tour-Chef Christian Prudhomme eine der beiden adretten Podiumshostessen aus dem Programm – und ersetzt sie durch einen Mann.

Küsschen links, Küsschen rechts. Applaus, Applaus. Und bitte lächeln! Seit jeher rahmten zwei adrett gekleidete attraktive Hostessen im Radsport den Sieger einer Etappe oder eines ganzen Rennens ein und rückten ihn ins Licht der Fotografen. Sie halfen den Leadern ins violette, gelbe, grüne oder gepunktete Trikot, zupften noch ein bisschen daran rum und reichten ein Strauß Blumen nebst Plüsch-Maskottchen. Doch wie vieles andere auch kam die übliche und traditionsreiche Zeremonie im Zuge der MeeToo-Debatte auf den Prüfstand. Frauen seien keine Objekte und auch keine Preise, beklagten die Protestler – und sammelten knapp 40.000 Unterschriften gegen die in ihren Augen nicht mehr zeitgemäße Praxis. Wenige Tage vor dem Start der wegen der Corona-Pandemie verschobenen Tour de France hat der Veranstalter des wichtigsten Etappenrennens der Welt, reagiert. Das berichten französische Medien. 

Siegerehrung: Mann soll Podiumshostess ersetzen

Demnach verkündete Tour-Chef Christian Prudhomme im Rahmen einer Pressekonferenz, dass eine der beiden Hostessen durch einen Mann ersetzt werden soll. Das sei zwar neu, man habe es aber schon bei anderen Rennen, wie dem Eintages-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, gemacht, so der Franzose laut "Le Parisien". Wie die Zeremonie ab dem 29. August dann konkret ablaufen soll, verriet Prudhomme zunächst nicht. Die obligatorischen Küsschen für den Tagessieger und die Träger der Sondertrikots dürften aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin ausfallen. 

Bereits 2018 hatte die Formel 1 nach kontrovers geführten Debatten um Sexismus im Sport mit einer ihrer Traditionen gebrochen und die sogenannten "Grid Girls", die jahrelang im knappen Blüschen neben den Boliden posierten, vom Asphalt geholt.

Quelle: "Le Parisien"

js

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