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Interview mit Mark Wahlberg "Ich heule die ganze Zeit"


In seinen Filmen mimt er gern den harten Kerl, privat ist Schauspieler Mark Wahlberg ganz sanft. Im Gespräch mit stern.de verrät der 42-Jährige, warum er mit Puppen spielt und täglich betet.
Von Frank Siering, Los Angeles

Herr Wahlberg, für Ihren neuen Film "Pain & Gain" mussten Sie ordentlich Muskeln zulegen. Fällt Ihnen das noch so leicht wie früher?

Was wollen Sie damit sagen? Dass ich jetzt ein alter Mann bin? Natürlich ist es nicht mehr so leicht wie früher. Ab 40 fällt alles etwas schwerer.

Sie hatten eine ziemlich harte Jugend. Glauben Sie, dass Sie deshalb so erfolgreich sind?

Es stimmt, ich habe eine Menge Mist durchgemacht. Wenn du mit 17 Jahren ins Gefängnis musst, dann begreifst du sehr schnell, dass das Leben etwas besonderes ist.

Was haben Sie gelernt, als Sie in den Straßen von Boston aufwuchsen?

Dass du dein Leben schnell in den Griff kriegen musst, wenn du durchkommen willst. Das Leben ist kein Hollywood-Film.

Wo stehen Sie heute?

Ich schätze alles, was Gott mir gegeben hat. Ich liebe meine Familie, meine Freunde. Um meine Dankbarkeit auszudrücken, gehe ich jeden Tag in die Kirche.

Sie sind als gottesfürchtiger Mensch in Hollywood bekannt. Wie wichtig ist Ihnen Ihr Glaube?

Sehr wichtig. Ich glaube tatsächlich, dass der liebe Gott ein Kinofan ist. Der Kirchenbesuch gehört, genau wie mein Fitnessprogramm, zu meiner täglichen Routine.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Schätze, was du hast und sei nicht zu gierig.

Normalerweise spielen Sie in Ihren Filmen ziemlich derbe Burschen. Weinen Sie eigentlich auch mal?

Ich heule die ganze Zeit. Kurz nach meinem 40. Geburtstag habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr das Raubein sein muss. Meine Kinder haben mir dabei sehr geholfen. Sie sollten mal sehen, wie es bei mir zu Hause zugeht.

Was meinen Sie damit?

Nun, ich sitze am Puppentisch und feiere Tee-Partys mit meinen Mädels. Da hat der Macho in mir keine Chance.

In "Pain & Gain" spielen Sie den Bodybuilder Daniel Lugo, der in der Todeszelle sitzt, weil er 1995 ein reiches Ehepaar tötete. Haben Sie Lugo besucht?

Nein, man hat mich nicht in seine Todeszelle gelassen. Ich hätte ihn aber besucht, wenn man es mir erlaubt hätte.

Witzigerweise tragen Sie in "Pain & Gain" wieder Calvin-Klein-Unterhosen. Dabei hatten Sie sich doch geschworen, nie wieder für diese Firma Werbung zu machen.

Ich wollte auch nicht. Aber Regisseur Michael Bay hat mich zu der Szene überredet. Irgendwie war es ja auch ganz lustig. Die Unterhosen passen mir noch immer.

Gibt es vielleicht auch eine Wiedervereinigung von Marky Mark and the Funky Bunch?

Nein, das ist ausgeschlossen. Ich glaube, der Zug ist abgefahren. Für eine Boyband bin ich nun wirklich zu alt.

Der Actionstreifen "Pain & Gain" läuft ab 22. August in den deutschen Kinos.


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