Jamie Lee Curtis
Sie rechnet mit Schönheitsindustrie ab

Jamie Lee Curtis bei einem Event in diesem Jahr.
Jamie Lee Curtis bei einem Event in diesem Jahr.
© imago images/SOPA Images / Ron Adar
Jamie Lee Curtis hat in einem unverblümten Podcast-Auftritt mit den Mechanismen der Schönheitsindustrie abgerechnet.

Jamie Lee Curtis (67) spricht Klartext. Die Oscarpreisträgerin, die sich seit Jahrzehnten durch die US-Filmindustrie bewegt, hat in der aktuellen Folge des Podcasts "IMO with Michelle Obama and Craig Robinson" über Schönheitsideale, Schönheits-OPs sowie etwas gesprochen, das sie in Anlehnung an den ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower (1889-1969) den "kosmetisch-industriellen Komplex" nennt.

Schöner Aussehen, erfolgreich sein und geliebt werden

"Es ist alles Vortäuschung und Betrug", sagte Curtis in dem unverblümten Podcast-Gespräch mit der ehemaligen First Lady Michelle Obama (62). "Das, was wir früher Retuschieren nannten, heißt heute einfach Filtern." Und während Michelle Obama versuchte, das Problem auf Hollywood zu begrenzen, widersprach Curtis entschieden: Es gehe weit über die Filmbranche hinaus - Technologie, soziale Medien und eine milliardenschwere Kosmetikindustrie würden gemeinsam daran mitverdienen, dass Menschen sich schlecht fühlen.

"Es geht letztlich ums verdammte Geld", sagte sie unverblümt. Die Kosmetik- und Schönheitsindustrie vermittle Menschen Botschaften wie: "Das wird dich verändern und zu einem besseren Menschen machen, und besser zu sein bedeutet, dass du mehr geliebt wirst und erfolgreicher bist." Dieser Ansatz würde "grundlegende Unsicherheiten" von Menschen ausnutzen, so Curtis weiter.

Warnung vor dem "kosmetisch-industriellen Komplex"

Dabei könnte die Schauspielerin aus eigener Erfahrung berichten, dass Schönheitsoperationen nie das eigentliche Problem angingen: das Selbstwertgefühl. Im Anschluss zählte sie auf, welche Prozeduren sie schon absolviert hat. "Ich habe Fett abgesaugt, ich habe Fett weggeschnitten. Ich habe versucht, das zu tun, was alle anderen auch tun, aber es funktioniert nicht." Sie resümierte: "Ich glaube, man fühlt sich dadurch tatsächlich wie ein Betrüger, und ich glaube, dass das zu Selbsthass führt. Und für mich ist es Teil der Selbstliebe, zu akzeptieren, dass ich so aussehe, wie ich aussehe."

Die Schönheitsindustrie mitsamt Plastischer und Ästhetischer Chirurgie mit den von ihr beschriebenen Mechanismen bezeichnete Curtis in dem Podcast-Gespräch auch als "kosmetisch-industriellen Komplex, der in vielerlei Hinsicht ebenso heimtückisch ist wie der militärisch-industrielle Komplex". Der ehemalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower hatte in einer vielzitierten Rede zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 1961 vor ebenjenem gewarnt. Curtis indes sagte während ihres Podcast-Auftritts noch: "Man wird nun mal älter. Das erwartet uns übrigens alle".

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