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Niederlage vor Gericht Johnny Depp will Urteil im "Frauenschläger"-Prozess anfechten

Johnny Depp will sich noch nicht geschlagen geben
Johnny Depp will sich noch nicht geschlagen geben
© Tom Rose/ shutterstock.com
Johnny Depp will seine Niederlage im Verleumdungsprozess gegen das Boulevardblatt "The Sun" nicht hinnehmen. Seine Anwälte nannten das Urteil "fehlerhaft" und wollen dagegen vorgehen.

Das letzte Wort in Johnny Depps Gerichtsprozess gegen das Boulevardblatt "The Sun" ist offenbar noch nicht gesprochen. Die Anwälte des Hollywood-Stars kündigten an, das Urteil anzufechten. "Das Urteil ist so fehlerhaft, dass es lächerlich wäre, wenn Herr Depp keinen Einspruch einlegen würde", teilte Depps Anwältin, Jenny Afia, mit. Die Entscheidung sei "ebenso pervers wie verwirrend", so die Juristin weiter.

Das Gericht habe allein der Aussage von Depps Ex-Frau Amber Heard Glauben geschenkt und "den Berg an Gegenbeweisen von Polizisten, Ärzten und anderen Zeugen" völlig außer Acht gelassen, so Depps Anwälte weiter.  Heards Anwälte erklärten, das Urteil sei "keine Überraschung". Sie würden sich nun für "Gerechtigkeit" in einem anderen Prozess in den USA einsetzen, wo Depp eine Verleumdungsklage gegen seine Ex-Frau eingereicht hatte. 

Auch die Verantwortlichen der "Sun" begrüßten das Urteil. Ein Sprecher versicherte, das Boulevardblatt setze sich seit "20 Jahren für die Opfer häuslicher Gewalt" ein. Diese Opfer dürften "niemals zum Schweigen gebracht" werden. Gleichzeitig dankte der Sprecher Amber Heard für ihren "Mut", vor Gericht auszusagen.

Anschuldigungen im "Wesentlichen wahr"

Das britische Boulevardblatt "The Sun" hatte Depp in einem im April 2018 veröffentlichten Artikel als "Frauenschläger" bezeichnet. Im Juli 2020 folgte ein 16-tägiger Prozess vor den Royal Courts of Justice in London, in dem auch Amber Heard aussagte. Sie soll in der Ehe, die von 2015 bis 2017 dauerte, Opfer häuslicher Gewalt geworden sein. Der Prozess hatte sich zu einem Rosenkrieg der einstigen Eheleute entwickelt und sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Richter Nicol hatte sein Urteil damit begründet, dass Depp zwar "die notwendigen Elemente seines Klageanspruchs in der Verleumdungsklage nachgewiesen" habe. Nach sorgfältiger Abwägung der Aussagen sei er aber zu dem Schluss gekommen, dass zwölf der 14 vorgeworfenen Übergriffe tatsächlich geschehen seien. Er fügte hinzu, die Charakterisierung Heards durch Depps Anwälte könne er nicht akzeptieren.

Johnny Depp und Amber Heard lernten sich 2011 am Set des Films "The Rum Diary" kennen. Vier Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. Lange hielt die Ehe jedoch nicht. Im Mai 2016 wurde öffentlich, dass Heard die Scheidung eingereicht hatte, diese wurde im Januar 2017 vollzogen. Es folgte eine mediale Schlammschlacht mit gegenseitigen, schwerwiegenden Vorwürfen.

jum SpotOnNews

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