Es lief gerade der Neunziger-Klassiker „What’s Up“ der Band 4 Non Blondes, als das Programm des britischen Senders Radio Caroline jäh unterbrochen wurde. „Wir setzen unser Programm bis auf Weiteres aus, aus Respekt gegenüber dem Tod von König Charles III.“, teilte eine ernste Stimme mit. Danach wurde die Nationalhymne „God Save The King“ abgespielt.
So sieht es das Protokoll für den Tod des Königs vor – allein: Der Monarch war am Leben und befand sich gerade bei einem Besuch in Nordirland. Ein peinlicher Irrtum für den Radiosender, der 1964 als Piratensender die erste private Radiostation in Großbritannien war.
Sender entschuldigt sich für Fake News über König Charles III.
Am nächsten Tag folgte die Entschuldigung für die Falschmeldung. „Das Protokoll ‚Monarch‘ – das alle britischen Radiosender bereithalten, in der Hoffnung, es niemals nutzen zu müssen – wurde am Dienstagnachmittag versehentlich ausgelöst und hat fälschlicherweise den Tod Seiner Majestät des Königs verkündet“, schrieb der Chef von Radio Caroline, Peter Moore, auf Facebook.
Laut Moore war der Grund „ein Computerfehler, der im Hauptstudio aufgetreten ist“. Schon im weiteren Verlauf des Programms hatte sich der Sender für den Fehler entschuldigt, sobald dieser aufgefallen war. Senderchef Moore bat noch einmal beim König und den Zuhörern um Abbitte.
Er verwies zudem darauf, dass Radio Caroline „das Vergnügen hatte, die Weihnachtsbotschaft Ihrer Majestät der Königin zu übertragen, und inzwischen auch die des Königs, und wir hoffen, dies noch viele Jahre lang tun zu können“.
BBC meldet den Tod des Königs zuerst
Auch Charles' Mutter Queen Elizabeth II. wurde in ihrem langen Leben einige Male fälschlicherweise für tot erklärt. So twitterte eine BBC-Journalistin 2015 über den angeblichen Tod der Queen – offiziell durch einen Fehler bei einer „technischen Übung“.
Das Protokoll für den Tod des Königs sieht traditionell vor, dass die BBC die Nachricht als erstes erhält und darüber berichtet. Der Plan für das Vorgehen nach dem Tod von Charles III. trägt palastintern den Namen „Operation Menai Bridge“.