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Kokainfund: Lotto King Karl unter Drogenverdacht

Lotto King Karl, Hamburger Kultsänger und Stadionsprecher des HSV, steht im Verdacht, Drogen zu nehmen. In der Wohnung des 39-Jährigen hat die Polizei während einer Razzia Kokain gefunden.

Hamburger Drogenfahnder haben bei einer Großrazzia gegen einen Dealerring auch bei dem Rockmusiker Lotto King Karl Kokain gefunden. "Es war eine geringe Menge, wohl nur zum Eigenbedarf bestimmt", sagte ein Sprecher der Zollfahndung, einen Tag nach der Durchsuchung der Wohnung.

Beim Drogenbäcker Weißbrot bestellt

Zwei Drogendealer wurden verhaftet. Sie sollen in den vergangenen Monaten mit mehreren hundert Gramm Kokain gehandelt haben. Die Ermittler von Polizei und Zoll hatten in verschiedenen Hamburger Stadtteilen insgesamt zwölf Wohnungen durchsucht. Als Chef des Dealerrings und Hauptverdächtiger gilt ein 42-jähriger Bäcker, teilte die Polizei mit. Allein bei ihm wurden rund 500 Gramm eines Kokain-Gemisches sichergestellt. Wer bei dem Bäcker telefonisch ein Weißbrot bestellte, soll auch Kokain-Briefchen bekommen haben. Als Zwischenhändler wurden zwei 38 und 52 Jahre alte Männer ermittelt.

"Ich bin das absolut kleinste Licht in der Abteilung"

Diese beiden Verdächtigen sollen die Droge an mehrere Menschen weitergegeben haben. Als einen Abnehmer nennt eine Polizeisprecherin "den 39 Jahre alten Gerrit. H". Bei Lotto King Karl, mit bürgerlichem Namen Gerrit Heesemann, klopften die Drogenfahnder am frühen Morgen um 6 Uhr an die Wohnungstür. Der Sänger sagte der Zeitung "Hamburger Morgenpost": "Ich bin das absolut kleinste Licht in der Abteilung." Der Sänger ("Hamburg, meine Perle") und Stadionsprecher des HSV, bezeichnete Berichte über einen Drogen-Konsum als "Quatsch". Er nehme das Rauschgift nicht, das bei ihm entdeckte Kokain sei "uraltes Zeug" gewesen. Der 39-Jährige musste die Beamten zu einer Vernehmung auf ein Kommissariat begleiten, blieb anschließend aber auf freiem Fuß.

Der Sänger mit der erfundenen Biografie eines Gabelstaplerfahrers, der 42 Millionen Mark im Lotto gewonnen hat, ist Kult in der Hansestadt und füllt mit seinen "Barmbek Dreamboys" auch schon mal die Color-Line-Arena. Das Motto des Künstlers: "Alles halb so wild."

DPA / DPA