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Komantschen adoptieren Schauspieler: Johnny Depp ist jetzt Indianer

Auf das "bisschen Cherokee" in sich war Johnny Depp seit jeher stolz. Während des Drehs zu "The Lone Ranger" wurde er nun vom Stamm der Komantschen zum Ehrenindianer ernannt. Und Depp revanchiert sich auf seine Art.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eine solche Ehre wird auch einem Hollywood-Giganten wie Johnny Depp nur ganz selten zugesprochen. Der "Dark Shadows"-Star wurde jetzt vom Stamm der Komantschen zum Ehrenindianer ernannt. Depp befindet sich derzeit in New Mexico. Dort dreht der 49-Jährige den Streifen "The Lone Ranger". Darin spielt er Tonto, den Kumpel des Rangers.

"Comanche Nation"-Stammesmitglied LaDonna Harris berichtete, dass das Stammesoberhaupt Depp unlängst in Albuquerque zum Ehrenindianer ernannt hat. Harris sagte gegenüber Medienvertretern, dass die Indianer Johnny Depp jetzt als ihren Sohn ansähen.

Depp selbst hat sich zu der Adoption noch nicht geäußert. Aber seine Sprecherin Jayne Ngo bestätigte, dass Captain Jack Sparrow tatsächlich an der Zeremonie teilgenommen habe.

Ein "bisschen Cherokee" steckt in ihm

Warum ausgerechnet Johnny Depp als Sohn der Komantschen adoptiert wurde, erklärte Harris. Sie habe in diversen Interviews gelesen, dass Depp stolz darauf sei, "ein bisschen Cherokee" in sich zu haben. Deshalb, so die Sprecherin weiter, "dachte ich, dass es lustig wäre, ihn in unseren Stamm aufzunehmen".

Die Tradition der Adoption eines Nicht-Stammesmitgliedes gilt unter dem Volk der Komantschen als durchaus üblich. Nachdem sich Harris mit ihren Kindern beraten hatte und diese sofort zustimmten, setzte die Komantschen-Sprecherin alle Hebel in Bewegung, um mit Johnny Depp in Kontakt treten zu können.

Der Großteil des Komantschen-Stammes (insgesamt wohnen noch 15.000 von ihnen in den USA) lebt heute in Lawton im US-Bundesstaat Oklahoma. Trotz der ständigen Kriege gegen Spanier, Mexikaner sowie Texaner konnte der Stamm im Laufe der Geschichte immer seine Unabhängigkeit bewahren und sogar sein Territorium erweitern, zeitweise eine echte militärische Präsenz demonstrieren.

Die Neuerfindung einer Filmfigur

Depp ist besonders in jüngster Zeit bei den amerikanischen Ureinwohnern häufig im Gespräch. Nicht zuletzt rührt das von unlängst veröffentlichten Fotos, die den sympathischen Familienvater in imposanter Indianerpose als Tonto in der Prärie zeigen. "Unsere Stammesmitglieder sind sehr gespannt darauf, wie Mr. Depp unseren Bruder porträtiert", so Harris.

Erste positive Anzeichen für die neuen Adoptiveltern von Depp dürfte ein Interview sein, dass der Hollywood-Star dem Magazin "Entertainment Weekly" gab. Darin sagte Depp: "Ich kann mich daran erinnern, wie ich mir die TV-Show 'Lone Ranger' im Fernsehen angeschaut habe. Und jedes Mal hab ich mich gefragt, warum dieser dämliche Lone Ranger Tonto ständig erzählt, was er zu tun und zu lassen habe." Depp habe die Rolle von Tonto auch deshalb angenommen, "weil ich so auf meine eigene Art die Beziehung zwischen dem Ranger und Tonto neu erfinden kann".

Keine Frage, dass der von Depp gespielte Tonto mit Sicherheit nicht mehr - wie einst in der TV-Show aus den 50er Jahren - nur der kleine Befehlsempfänger des mächtigen weißen Mannes sein wird. Eine Entwicklung, die wohl alle noch überlebenden Indianerstämme in den USA freudig stimmen dürfte.