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Naomi Campbell muss vor Gericht aussagen

Das wird kein Glamour-Auftritt: Naomi Campbell muss vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag als Zeugin aussagen - gegen Ex-Diktator Charles Taylor, der ihr vor Jahren einen Diamanten schenkte. War es ein Blutdiamant? Das Model würde gerne kneifen, doch dann droht ihr jahrelange Haft.

Supermodel Naomi Campbell ist unter Androhung von bis zu sieben Jahren Haft als Zeugin zum Kriegsverbrecherprozess gegen den Ex-Diktator Charles Taylor bestellt worden. Die 40-Jährige soll am 29. Juli vor dem Sondertribunal für Sierra Leone Auskunft darüber geben, wie Taylor ihr einst einen sogenannten Blutdiamanten geschenkt hat - also einen Diamanten, mit dem Waffenlieferungen oder andere Kriegsdienste entlohnt werden. Der Gerichtshof im niederländischen Leidschendam bei Den Haag stellte die Vorladung für Campbell am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft aus und leitete sie an die britische Justiz weiter.

Die Anklage hatte geltend gemacht, dass Campbell 1997 bei einem Aufenthalt in Südafrika auf Einladung von Nelson Mandela von dem zufällig zur selben Zeit dort anwesenden Taylor mit einem außerordentlich wertvollen Rohdiamanten beschenkt worden sei. Das habe Hollywood-Schauspielerin Mia Farrow im Mai vergangenen Jahres in der Talkshow von Oprah Winfrey enthüllt. Farrow ist von dem Gericht gebeten worden, freiwillig als Zeugin zu erscheinen.

Bis zu sieben Jahre Haft

Von der Aussage Campbells verspricht sich die Staatsanwaltschaft Hinweise darauf, dass Taylor tatsächlich über Rohdiamanten verfügte und diese unter anderem über Südafrika gegen Waffen verschacherte. Campbell, die nicht leugnet, den Diamanten von Taylor erhalten zu haben, machte bislang geltend, sie wolle aus Angst um ihre Sicherheit nicht in den Fall verwickelt werden.

Die Vorladung des Sondergerichtes wurde an die britische Justiz mit der Bitte um Amtshilfe und Zustellung an das in London wohnhafte Model weitergeleitet. Darin heißt es, dass Nichterscheinen als Missachtung des internationalen Gericht angesehen werden würde und Campbell dafür im Falle einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren drohe.

Brutaler Bürgerkrieg in Sierra Leone

Die Staatsanwaltschaft wirft Taylor vor, als Präsident von Liberia in den 90er-Jahren Waffen an Rebellen im Nachbarland Sierra Leone geliefert zu haben. Als Lohn habe er Blutdiamanten erhalten. In dem Bürgerkrieg kamen Zehntausende grausam ums Leben. Taylor wird beschuldigt, den Konflikt angeheizt zu haben. Er soll außerdem Morde, Vergewaltigungen und das Anwerben von Kindern als Soldaten gefördert haben.

DPA/DPA

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