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US-Komiker "Diese Geschichten sind wahr": Louis C.K. gibt sexuelle Belästigung zu

Der US-Komiker Louis C.K.
Der US-Komiker und Emmy-Gewinner Louis C.K. ist in Deutschland wenig populär, gehört in den USA aber zu den bekanntesten Gesichtern der Comedy-Welt
© Rich Fury/Getty Images/AFP
Mehrere Kolleginnen werfen US-Comedian Louis C.K. vor, sich vor ihnen ihnen entblößt und masturbiert zu haben. Der 50-Jährige hat die Taten eingeräumt. Er habe lange geglaubt, sein Verhalten sei akzeptabel.

US-Komiker Louis C.K. hat zugegeben, mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben. "Diese Geschichten sind wahr", teilte der 50-Jährige in einem Statement mit und bestätigte damit einen Bericht der "New York Times", in dem fünf Frauen dem Comedian sexuelle Übergriffe vorwarfen. Demnach soll C.K. bei Treffen in Hotelzimmern und Büros sich vor den Frauen ausgezogen und masturbiert haben. Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er Jahre bis 2005 schilderten.

"Ich habe meine Macht verantwortungslos ausgenutzt"

Nachdem Louis C.K. zunächst jeglichen Kommentar verweigert hatte, schrieb er nun in einer Mitteilung an die "New York Times": "Zu dieser Zeit, habe ich gedacht, was ich tat, sei okay, weil ich eine Frau immer vorher gefragt habe, ob ich ihr meinen Schwanz zeigen darf. Aber ich habe später im Leben gelernt, wenn auch zu spät: Wenn du eine Person, über die du Macht hast, fragst, ob sie deinen Schwanz sehen will, dann ist das keine Frage. Es ist eine Zwangslage für sie. Die Macht, die ich über die Frauen hatte, war der Grund, warum sie mich bewunderten. Und ich habe diese Macht verantwortungslos ausgenutzt."

Mittlerweile bereue er seine Taten und wolle aus seinen Fehlern lernen, schreibt Louis C.K. Das Ausmaß an Verletzungen, die er Frauen und Kollegen zugefügt habe, könne er sich nicht vorstellen. Zudem entschuldigte er sich bei seiner Familie, seinen Freunden, seinen Kindern und seiner Ex-Frau.

US-Sender beenden Zusammenarbeit mit Louis C.K.

"Ich habe meine lange und glückliche Karriere damit verbracht, alles zu sagen, was ich wollte. Ich werde nun zurücktreten und mir lange Zeit nehmen, um zuzuhören", schreibt der 50-Jährige zum Abschluss.

Netflix sagte daraufhin ein geplantes Comedy-Special mit dem Komiker ab. Die Vorwürfe seien "verstörend", teilte der Streamingdienst mit. Auch die anstehende Veröffentlichung seines Filmes "I Love You, Daddy" wurde abgesagt. In dem Comedy-Drama mit den Darstellern Chloë Grace Moretz und John Malkovich spielt Louis C.K. eine Hauptrolle und führt auch Regie.

Der amerikanischen Pay-TV-Sender FX Network beendet ebenfalls die Zusammenarbeit mit Louis C.K. "Wir kündigen den gesamten Deal zwischen FX Productions und seiner Produktionsfirma, Pig Newton, auf", teilte der Sender in einer Stellungnahme mit. Er werde nicht mehr als Produzent der vier Sendungen - "Better Things", "Baskets", "One Mississippi" und "The Cops" - tätig sein, an denen man derzeit zusammenarbeite. Das Kabelnetzwerk, für das Louis C.K. seit acht Jahren tätig war, ließ verlauten, es habe zuvor nicht von den Vorwürfen gewusst.

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jum/DPA

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