Lutz van der Horst auf dem "Traumschiff" Barbara Wussow war seine Rettung

"Das Traumschiff: Afrika - Madikwe": Hanna Liebhold (Barbara Wussow, r.) ist besorgt: Was planen Emilia Gronewald (Nadine Wrie
"Das Traumschiff: Afrika - Madikwe": Hanna Liebhold (Barbara Wussow, r.) ist besorgt: Was planen Emilia Gronewald (Nadine Wrietz), Oliver Stiller (Götz Schubert) und Kellner Peter Keller (Lutz van der Horst, l.)?
© ZDF / Dirk Bartling
Comedystar Lutz van der Horst hat sich mit dem "Traumschiff"-Engagement an Neujahr einen "Kindheitstraum" erfüllt, erzähl er im Interview.

Der vielfach ausgezeichnete Comedyautor Lutz van der Horst (50, "Switch reloaded", "heute-show") spielt in der Neujahrsfolge "Das Traumschiff: Afrika - Madikwe" (20:15 Uhr, ZDF) zum ersten Mal in der Langzeit-TV-Reihe mit - "ein Kindheitstraum" sei damit in Erfüllung gegangen, verrät der Kölner im Interview mit spot on news. Und auch sein persönliches Highlight bei den Dreharbeiten auf hoher See hat mit Kindheitserinnerungen vor dem Fernseher zu tun.

Warum wollten Sie bei "Das Traumschiff" mitmachen?

Lutz van der Horst: Für mich ist "Das Traumschiff" klassisches Wohlfühlfernsehen aus meiner Kindheit. Ich bin treuer Fan und schaue die Filme schon seit den 1980er Jahren. Ich habe die Verantwortlichen schon seit Jahren genervt, dass ich endlich mal dabei sein will. Irgendwann war es dann so weit: Sie haben tatsächlich angerufen, offenbar hatten sie schließlich Erbarmen, und haben mir die Rolle angeboten. Da habe ich natürlich sofort zugesagt. Insofern ist ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gegangen.

Wie hat es Ihnen dann an Bord gefallen?

Lutz van der Horst: Es war natürlich eine neue Erfahrung mitzuwirken, zumal es auch meine erste Reise auf einem Kreuzfahrtschiff war - und ich sag mal so: Wäre Barbara Wussow nicht dabei gewesen mit ihrem Medikamentenkoffer, wäre es mit meiner Seekrankheit für mich schon hart gewesen.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Lutz van der Horst: Mein persönliches Highlight war, Barbara Wussow kennenzulernen, denn nicht nur "Das Traumschiff" ist für mich eine große Serie aus meiner Kindheit, sondern auch "Die Schwarzwaldklinik". Es war einfach schön, ihr die ein oder andere Anekdote zu entlocken.

Wie haben Sie die anderen Hauptdarsteller erlebt, etwa Florian Silbereisen?

Lutz van der Horst: Tatsächlich habe ich Florian Silbereisen gar nicht kennengelernt, denn er ist erst an Bord gekommen, als ich wieder ausgestiegen bin. Der Vorteil daran war allerdings, dass ich deshalb seine Kabine auf dem Schiff nutzen konnte - und das war die beste Kabine von allen.

Was ging hinter den Kulissen schief?

Lutz van der Horst: Ich war wirklich überrascht, wie unglaublich professionell die Dreharbeiten abliefen, zumal parallel ja ganz normal der Kreuzfahrtbetrieb mit den Urlaubern an Bord weiterging. Dazu kam, dass das Wetter nicht immer mitspielte und es vor allem während meiner Szenen einfach schweinekalt war. Trotzdem wirkt es in den Szenen so, als würden wir an Deck in einer warmen, lauen Nacht irgendwo in Südafrika stehen.

Was war anders als gedacht?

Lutz van der Horst: Dass der ganz normale Bordbetrieb parallel zu den Dreharbeiten weiterläuft, hat mich zunächst überrascht - aber aus Kostengründen lässt sich das natürlich gar nicht anders realisieren. Außerdem habe ich mich natürlich sehr gefreut, als "Das Traumschiff" anrief und gedacht: "Wow, jetzt geht es erstmal drei Wochen nach Südafrika." Das Problem war allerdings, dass meine Rolle so klein ist, dass ich nach fünf Tagen wieder von Bord gehen musste, und zwar in Brügge in Belgien.

Kommt eine Kreuzfahrt für Sie auch privat infrage?

Lutz van der Horst: Ich glaube, das ist nichts für mich. Dieses ständige Schaukeln war für mich schon sehr anstrengend, und wie gesagt, ohne Barbara Wussows Pillen hätte ich es wirklich nicht geschafft.

In der "Traumschiff"-Episode spielen Sie einen Kellner. Ist Ihnen das leichtgefallen?

Lutz van der Horst: Ich glaube, fürs Kellnern bin ich komplett untalentiert, weil ich keinen guten Gleichgewichtssinn habe und mir die Teller die ganze Zeit aus der Hand fallen würden. Insofern war für mich auch die größte Herausforderung meiner Rolle, einen Teller Suppe an den Tisch der Darsteller zu bringen. Das wäre fast in die Hose gegangen.

Sie sind schon oft Teil preisgekrönter Ensemble-Leistungen gewesen. Wofür verdient diese "Traumschiff"-Folge einen Preis?

Lutz van der Horst: Ich finde es besonders spannend, dass in meiner Geschichte Komik und Tragik so eng beieinanderliegen. Ich spiele einen Kellner mit Suizidgedanken, und ich habe das Gefühl, dass diese Gratwanderung in der Erzählung sehr gut gelungen ist.

Hilfe bei Depressionen, Suizidgedanken und der Bewältigung von Krisen bietet in Deutschland Tag und Nacht die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter der 116 123. Anrufende bleiben anonym.

Ihre Folge ist die Neujahrsfolge. Wie wird es Ihnen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung gehen?

Lutz van der Horst: Ich denke, dass ich da schlimm verkatert vor dem Fernseher sitze und froh bin, von familiärer Harmonie umgeben zu sein - und dass ich nicht auf einem schaukelnden Schiff bin.

Mit wem werden Sie die Folge anschauen?

Lutz van der Horst: Gerade muss ich mich zusammenreißen, denn die Folge ist ja bereits in der Mediathek zu sehen. Ich möchte das aber schon zelebrieren und ein kleines Event daraus machen und die Folge tatsächlich linear im Fernsehen schauen.

Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?

Lutz van der Horst: Ich würde mir wünschen, dass alles etwas mehr wie auf dem "Traumschiff" ist - mehr Liebe und mehr Frieden. Und noch etwas ganz Persönliches: dass mein Roman "Konfetti-Blues" es auf die Bestsellerliste schafft. Auch im neuen Jahr gehe ich nochmal damit auf Lesereise. Und ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn die Leute das Buch mögen, weil es eine totale Herzensangelegenheit von mir ist.

"Konfetti-Blues: Ein Liebesroman" ist im November im Droemer Verlag erschienen. Lutz van der Horst erzählt darin die Geschichte eines Comedyautors, der die Liebe sucht und sich selbst findet.

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