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Männliches "Supermodel" Was macht eigentlich ... Marcus Schenkenberg?

Marcus Schenkenberg: Was macht das männliche Supermodel heute?
Marcus Schenkenberg, 49, vergangene Woche in Stockholm, wo er lebt
© Philipp Gallon/stern
Der Schwede Marcus Schenkenberg wurde 1991 zum Supermodel – eine Kampagne für Calvin Klein machte ihn berühmt.

Sie wurden 1991 durch eine Werbekampagne von Calvin Klein über Nacht berühmt. Der Fotograf war damals Bruce Weber.

Ja, und mein Name stand plötzlich auf den ersten Seiten der Tageszeitungen: Wer ist Marcus? Beim Shooting in San Francisco waren wir 20 Jungen und 20 Mädchen, Weber rannte ununterbrochen am Set herum und knipste alles und jeden.

15 seiner früheren Models und Assistenten klagen ihn an, sie sexuell belästigt zu haben. Ist Ihnen auch so etwas passiert?

Niemals. Weber war immer nett, mit seinem Bart und dem Bandana sah er ja auch aus wie der Nikolaus. Ich kann kein böses Wort über ihn sagen. Das heißt aber nicht, dass ich diesen Männern nicht glaube, die ihn jetzt beschuldigen. Aber ich war nicht dabei, als es geschah. Ich hatte Glück. Mein Durchbruch kam so schnell, dass sich kein Fotograf getraut hätte, mich zu belästigen.

Sie sind kürzlich in Berlin bei einer Gianni-Versace-Retrospektive über den Laufsteg gegangen. Bringt das noch Spaß?

Klar. Das ist wie ein Spaziergang im Park.

Die besten Momente Ihrer Karriere?

Sechs Tage Shooting mit Stephanie Seymour in New York. Fotografiert von Richard Avedon. Ich war das Accessoire in der Fotostrecke und die ganze Zeit nackt. Einmal lag ich auf dem Boden, nur ein Handtuch über den Lenden, und Stephanie posierte breitbeinig über mir. Ich habe krankhaft an meine Telefonrechnungen und an meinen Opa denken müssen, um bloß keinen Ständer zu kriegen. Auf so etwas haben sie im Studio nur gewartet.

In den vergangenen Jahren sah man Sie bei Reality-Shows, beim Wok-Rennen und bei "Let‘s Dance". In Schweden haben Sie sich durch Tunnel voller Schlangen gekämpft. Ist es Zeit, ruhiger zu werden?

Meint meine Mutter auch. Junge, werd sesshaft und such dir endlich eine schwedische Frau. Diese Hollywoodgirls taugen nichts. Ich glaube, sie hat irgendwie recht. Vor zwei Jahren habe ich mir in Stockholm eine Wohnung gekauft, 165 Quadratmeter mit Sauna. Ich habe auch zum ersten Mal im Leben ein Haustier. Eine Katze. Leider ist der schwedische Winter lang und dunkel. Ich muss jetzt Vitamin D nehmen, das hilft tatsächlich gegen Depressionen.

Haben Sie gerade eine feste Beziehung?

Da läuft nichts Ernsthaftes.

Sehen Sie Pamela Anderson gelegentlich? Sie waren kurz davor zu heiraten.

Das ist 18 Jahre her. Aber wir sind uns neulich in Köln bei einer Party begegnet. Sie ist nicht so einfach wiederzuerkennen.

Räumen Sie mal in der Gerüchtekiste auf. Hatten Sie etwas mit Nicky Hilton?

Das war nur ein Date. Nach meiner Trennung von Pamela. Sie war sehr jung.

Kronprinzessin Victoria?

Wir haben ein bisschen geflirtet. Damals studierte sie in New York und hatte ihren Daniel noch nicht getroffen. Wir sind ausgegangen, waren in Clubs. An einem der Abende waren nur noch wir beide auf der Tanzfläche, und am Rande hockten ihre müden Leibwächter. Ich schlug vor, dass wir noch zu mir gehen, ich wohnte gegenüber des Clubs. Aber ihre Security-Männer hatten entschieden etwas dagegen.

Sie könnten heute der Kronprinz von Schweden sein – Marcus Lodewijk von Schenkenberg Bernadotte ...

Das wäre gar nichts für mich. Ich gehe gern auf Partys und schlafe ordentlich aus. Dabei bin ich wohl ein Nachfahre von Wilhelm dem Eroberer. Irgendein Ahnenforscher hat das herausgefunden, und es scheint etwas dran zu sein. Aber ich habe mehr Spaß daran, Frauen zu erobern als Länder.

Männliches "Supermodel": Was macht eigentlich ... Marcus Schenkenberg?
Interview: Dirk van Versendaal

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