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Marylin Monroe: Ihr Image zerstörte die Sexgöttin

Auch 44 Jahre nach ihrem Tod gilt sie noch immer als Sexsymbol: Doch ihr Image wurde Marilyn Monroe zum Verhängnis. Am 1. Juni hätte die Stil-Ikone ihren 80. Geburtstag gefeiert.

Sie war der Inbegriff für Sex. Noch heute gilt Marilyn Monroe, die am 1. Juni 80 Jahre alt würde, als diejenige, die den Typ der "Hollywood-Leinwand-Göttin" am perfektesten verkörperte. Dabei war die Rolle des Sexsymbols - der hübschen, aber dummen Blondine, die mit großen Augen in die Welt blickt und die Männer verführt - eine, die sie eigentlich nie spielen wollte. Doch haftet dieses Image der 1962 gestorbenen Schauspielerin bis heute an.

"Like a candle in the wind"

Marilyn Monroes Leben bestand aus Widersprüchen: Sie war das Sexidol, das selbst kein Glück in der Liebe hatte; sie war die erfolgreiche Schauspielerin, die jedes Mal, wenn sie vor der Kamera stand, in Panik geriet; sie wurde zum beliebtesten Filmstar der Welt gekürt und hatte selbst stets das Gefühl, wertlos und ungeliebt zu sein. Ihre Kindheit ist inzwischen Legende: Marilyn Monroe wurde am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jean Baker geboren. Sie war ein uneheliches Kind und wuchs in verschiedenen Pflegefamilien auf. Ihre Mutter Gladys verbrachte lange Jahre in einer Nervenheilanstalt. Ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach Geborgenheit, flüchtete sich Norma Jean im Alter von 16 Jahren in die Ehe mit einem Fabrikarbeiter namens Jim Dougherty. Doch die Beziehung zerbrach, schon nach wenigen Jahren brach die junge Frau aus. Ihr Traum war es, Schauspielerin zu werden und einen Vertrag in einem der großen Filmstudios in Hollywood zu bekommen. Dafür nahm sie auch in Kauf, dass ihre Persönlichkeit total umgekrempelt wurde.

"You Lived Your Life Like A Candle In The Wind" (Du hast gelebt wie eine Kerze im Wind) heißt es in dem berühmten Lied, das Elton John für sie schrieb. Die braunen Haare wurden blond gefärbt, den Schmollmund musste sie noch runder machen - aus Norma Jean wurde Marilyn Monroe. Sie wurde zu jener stereotypen Figur, die sie in ihren Filmen darstellte, sei es als untreue Ehefrau in "Niagara" oder als kurzsichtige, naive Pola in "Wie angelt man sich einen Millionär". Sie hasste dieses Image, das ihr Ruhm und Geld eingebracht hatte, und wollte als Mensch und als Schauspielerin ernst genommen werden. Doch ihr Bildungshunger wurde zum Gespött in ganz Hollywood, die Presse mokierte sich über die "ungelesenen Bücher", die die Monroe mit sich herumtrug. Aber obwohl sie unter dem Spott litt, versuchte sie niemals ernsthaft, das Klischee abzuwerfen.

Geburtstagsständchen für John F. Kennedy

Auch im Privatleben fiel sie immer wieder in die altbekannte Rolle zurück. Viele Männer benutzten die Frau, die in den letzten Jahren ihres Lebens Unmengen an Alkohol, Drogen und Medikamenten konsumierte. Vergeblich suchte sie Halt bei Ehemann zwei und drei, dem Baseballstar Joe DiMaggio und dem Dramatiker Arthur Miller. Ihr wurden zahllose Affären nachgesagt, darunter auch eine mit dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und seinem Bruder Robert. Für Kennedy sang sie im Mai 1962 - wenige Monate vor ihrem Tod - im New Yorker Madison Square Garden das Lied "Happy Birthday, Mr. President". Gäste der Feier wollen wissen, dass sie bei dem Auftritt vor 15.000 Menschen völlig betrunken war. Das perlenbestickte hauchdünne Kleid, das wie eine zweite Haut um ihren Körper lag, wurde im Oktober 1999 für einen Rekordpreis von umgerechnet 2,3 Millionen Mark versteigert.

Auch mehr als 40 Jahre nach ihrem Tod bringt noch alles Geld, was an die Monroe erinnert. An ihrem Grab auf einem Friedhof in Los Angeles werden Anstecknadeln, Bücher und Fotos verkauft; mehr als 200 Autoren - von Norman Mailer bis zu Joyce Carol Oates - inspirierte das Leben des Leinwandidols zu einer Biografie. Überall wurde viel spekuliert über den Tod der Monroe im Sommer 1962. Von Mord war die Rede und davon, dass die Polizei Fakten vertuscht habe. Die Schauspielerin litt in der letzten Phase ihres Lebens an Depressionen, war launisch und unzuverlässig. Ihre Wutanfälle bei Dreharbeiten wurden legendär. Deshalb drohte ihr zuletzt sogar die Kündigung. Die Haushälterin fand Marilyn Monroe am Morgen des 5. August 1962 tot in ihrem Haus in Brentwood. Der Star hatte angeblich 40 bis 50 Schlaftabletten geschluckt. Was auch immer in der Nacht geschah - es hat dazu beigetragen, dass aus der kleinen Norma Jean der Mythos Marilyn Monroe geworden ist.

Susanne Gabriel/AP / AP