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F-Wort Matt Damon – dumm gelaufen oder homophob?

Matt Damon schaut auf dem roten Teppich in Cannes in die Kamera
In Würde gealtert: Matt Damon.
© Vianney Le Caer/Invision/AP / DPA
Matt Damon hat zugegeben, eine homophobe Äußerungen verwendet zu haben. Erst seine Tochter habe ihn darauf hinweisen müssen. Inzwischen steht der Schauspieler in der Kritik - und macht alles schlimmer.

Travon Free formuliert es in einem Kommentar auf Twitter treffend so: "Also, Matt Damon hat gerade erst 'vor Monaten' und dank der 'Abhandlung' eines Kindes herausgefunden, dass er das F-Wort nicht benutzen sollte", schreibt der offen bisexuell lebende Comedian, Schauspieler, Regisseur und Oscar-Preisträger. Es ist der Höhepunkt einer Diskussion um offenkundig homophobe Äußerungen vom ebenfalls Oscar prämierten Schauspieler Matt Damon. Der scheint sich der Tragweite seiner Äußerungen erst langsam bewusst zu werden.

In einem Interview mit der britischen Zeitung "Sunday Times" hatte Damon zugegeben, bis vor Kurzem eine homophobe Beleidigung verwendet zu haben. Er habe bei einer Dinnerparty einen Witz gemacht, in dem das F-Wort vorgekommen sei. Erst seine Tochter habe ihn darauf aufmerksam gemacht und zum Nachdenken gebracht. Sie habe eine "sehr lange, wunderbare Abhandlung darüber geschrieben, warum das Wort gefährlich ist", sagte Damon. Er verwende das F-Wort, das im Deutschen mit S beginnt, nicht mehr.

Matt Damon erhält heftigen Widerspruch

Das Interview, in dem es eigentlich um Werbung für seinen neuen Film "Stillwater" gehen sollte, sorgte für großes Aufsehen. Vor allem in der LGBTIQ+-Community. Viele fragten sich, in was für einer Dinnerrede das F-Wort ein angemessener Ausdruck sein kann. Und noch schlimmer: Warum Damon seine Tochter braucht, um zu erkennen, dass das Wort eine zutiefst homophobe Beleidigung ist. Welche der vier Töchter im Alter von zehn bis 23 Jahren es war, ist unklar. Auf den 50-jährigen Damon wirft es so oder so kein gutes Licht.

Auf Twitter wird Damon für seine Äußerungen heftig kritisiert. Mit seinen Relativierungsversuchen hat er es bislang nicht besser gemacht. Im Interview behauptete er, das F-Wort habe in seiner Jugend eine andere Bedeutung gehabt. Das stimmt aber nicht. Es war schon immer eine homophobe Beleidigung, nur dass damals vielleicht nicht so viele Menschen darüber nachgedacht haben. Auch seine Entschuldigung erzeugt mehr Nachfragen als Klärung.

Damon entschuldigt sich

Damon behauptet in einer Erklärung plötzlich, er habe das F-Wort nie benutzt. "Ich habe in meinem Privatleben noch nie jemanden mit dem F-Wort bezeichnet und dieses Gespräch mit meiner Tochter war kein persönliches Erwachen. Ich verwende keine Schimpfwörter jeglicher Art", zitiert ihn das Branchenblatt "Variety". Das ist das Gegenteil von dem, was er in seinem Interview sagte.

Dann bemüht sich Damon doch noch um Schadensbegrenzung. Solange offene Feindseligkeiten gegenüber der LGBTQ+-Community noch immer an der Tagesordnung seien, verstehe er, warum seine Äußerungen viele Menschen dazu veranlasst habe, das Schlimmste anzunehmen. "Um so deutlich wie möglich zu sein: Ich stehe auf der Seite der LGBTQ+-Gemeinschaft."

Damit scheint es ihm immerhin gelungen zu sein, die Wogen zu glätten. Dumm gelaufen oder homophob? Viele Kommentatoren nehmen Damon zumindest ab, dass er die missglückten Äußerungen bereut und nehmen es mit Humor: Damon habe seinem Schauspielkollegen und besten Freund Ben Affleck – der derzeit mit seiner neu aufgeflammten Beziehung mit Jennifer Lopez Schlagzeilen macht – einfach die Aufmerksamkeit nicht gegönnt.

mai

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