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Schauspieler Matt Damon verzichtet auf homophobe Beleidigungen – aber nur, weil seine Tochter ihn dafür kritisierte

Hollywood-Star Matt Damon
Hollywood-Star Matt Damon
© RW / Picture Alliance
Hollywood-Star Matt Damon bekam Ärger mit seiner Tochter, weil er unbedacht ein herabwürdigendes Wort für Homosexuelle benutzte. Er will das in Zukunft besser machen. 

Matt Damon, erfolgreicher Hollywood-Schauspieler ("Good Will Hunting"), wurde 1970 geboren. Er wuchs auf in einer Zeit, in der es gerade für Jungen und Männer noch als normal und sogar richtig galt, derbe Witze zu machen und sich gegenseitig Beleidigungen an der Kopf zu werfen – alles nur im Scherz, natürlich. Heute ist die Welt eine andere, man achtet mehr aufeinander und versucht, niemanden grundlos zu verletzen. Wie der 50-Jährige nun zugab, überrascht ihn das gelegentlich noch immer. Doch seine Tochter macht ihn immer wieder darauf aufmerksam, wenn er sich unbeabsichtigt rücksichtslos verhält.

Einem Reporter erzählte Damon kürzlich, dass es zu einem handfesten Familienkrach kam, als er am heimischen Esstisch einen scherzhaften Spruch machte, in dem ein Schimpfwort vorkam, das lange als Beleidigung für Homosexuelle benutzt wurde. Seine Tochter sei empört aufgestanden und habe den Raum verlassen. "Ach komm, das ist ein Witz gewesen! Ich sage das doch auch im Film 'Unzertrennlich'", habe Damon ihr nachgerufen, doch das Mädchen verzog sich fassungslos in ihr Zimmer, wo sie ihrem Vater einen kleinen Aufsatz schrieb, in dem sie ihm erklärte, weshalb das Wort verletzend und unangebracht ist.

Matt Damon lernt dazu

Der Schauspieler nahm sich die Kritik seiner Tochter zu Herzen. "Ich sagte: 'Ich schicke das Sch-Wort in Rente, ich habe verstanden'", berichtet er. Er sehe ein, dass eine unbedachte Benutzung solch herabwürdigender Begriffe "gefährlich" sei, auch wenn etwa dieses Wort in seiner Jugend "häufig benutzt" wurde.

Für dieses ehrliche Geständnis bekam er allerdings nicht nur Lob. Viele amerikanische Prominente merkten an, dass Damon durchaus auch früher und ohne Hilfe seiner Tochter auf die Idee hätte kommen können, dass Begriffe wie dieser in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen sind. Der US-Comedian Billy Eichner fragte auf Twitter beispielsweise schnippisch nach, ob Damon schon einen guten Ersatz für das Schimpfwort gefunden habe, den er stattdessen nutzen könne, wenn er jemanden herabwürdigen wolle.

Quelle:  "The Independent"

wt

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