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Michael Jackson: Arzt nun doch unter Totschlagverdacht

Woran starb Michael Jackson? Einen Monat nach seinem Tod konzentrieren sich die Ermittlungen immer mehr auf den Privatarzt des "King of Pop". Laut einem Durchsuchungsbefehl steht der Mediziner unter Totschlagverdacht. Jacksons Nachlassverwalter haben derweil Unterhalt für die Kinder und die Mutter des Popstars beantragt.

Gegen den Arzt des verstorbenen US-Popstars Michael Jackson wird nun doch wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt. Dies geht aus dem Hausdurchsuchungsbefehl hervor, der am Donnerstag von einem Gericht in Houston in Texas ausgestellt wurde. Darin werden die Ermittler ermächtigt, nach Beweisen zu suchen, ob der Kardiologe Conrad Murray einen Akt des Totschlags begangen haben könnte.

Die Polizei von Los Angeles und Mitarbeiter der US-Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) durchsuchten bereits am Mittwoch Murrays Klinik nach Hinweisen auf eine etwaige fahrlässige Tötung. Zugleich forderten die Ermittler von dem Mediziner weitere Patienten-Unterlagen an, wie Murrays Anwalt bestätigte. Der Kardiologe gilt als eine Schlüsselfigur bei den Ermittlungen über die Umstände von Jacksons Tod am 25. Juni, wurde aber bislang nicht offiziell als Verdächtiger bezeichnet. Der Arzt hatte sich zum Zeitpunkt von Jacksons in dessen Haus in Los Angeles aufgehalten und vergeblich versucht, den Sänger wiederzubeleben.

Jacksons Vater Joe hat schwere Vorwürfe gegen Murray erhoben. Nach Jacksons Tod wurde in dem Haus das starke Sedativum Propofol gefunden, woraufhin es Spekulationen über einen möglichen Arzneimittelmissbrauch gab. Die Behörden haben Ermittlungen gegen mehrere Ärzte eingeleitet, um zu überprüfen, ob sie Jackson unangemessen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben.

Kinder und Mutter wollen Unterhalt

Michael Jacksons Nachlassverwalter haben unterdessen vor einem Gericht in Los Angeles Unterhalt für die drei Kinder und die Mutter des Popstars beantragt. Es bestehe eine "dringende Notwendigkeit", weil den Kindern seit dem Tod ihres Vaters jede finanzielle Unterstützung fehle, zitierte die Promi-Website People.com aus dem Antrag. Auch Katherine Jackson habe neben ihrer "sehr bescheidenen" Rente keine andere Einkommensquelle. Ihr Sohn habe sie finanziell unterstützt. Über die Höhe der gewünschten Auszahlung aus dem Erbe des Sängers wurde nichts bekannt.

Zwar sind Mutter und Kinder in Jacksons Testament als Haupterben genannt, aber jede Auszahlung muss derzeit noch von einem Richter genehmigt werden. Das Gericht will am 3. August im Rahmen einer Sorgerechts- und Erbschaftsanhörung über den Antrag entscheiden. Eine sofortige Zahlung lehnte Richter Mitchell Beckloff ab.

Beckloff gab den Nachlassverwaltern aber grünes Licht für die Herausgabe einer neuen Auflage von Jacksons Autobiografie "Moonwalk", die erstmals 1988 erschienen war. Sie soll in den kommenden Wochen in den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und auch in Deutschland wieder auf den Markt kommen.

Jacksons drei Kinder, der zwölfjährige Prince, die elfjährige Paris und der siebenjährige Blanket sind seit dem Tod des Sängers am 25. Juni in der Obhut ihrer Oma Katherine Jackson, 79. Ein Gericht in Los Angeles hat ihr die vorläufige Vormundschaft übertragen.

AP/DPA / AP / DPA