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Michael Jackson: Das Mysterium der Jacko-Beerdigung

Noch immer ist Michael Jackson Leichnam nicht beerdigt. Das heizt die Spekulationen an: Befinden sich die sterblichen Überreste in einer Gruft in Las Vegas, auf Eis in Los Angeles oder doch unter seinem Lieblingsbaum auf Neverland? Hinter dem Hickhack stecken finanzielle Interessen.

Von Frank Siering, L.A.

Die einen sind sich sicher, Michael Jacksons Körper liege auf Eis an einem geheimen Ort in Downtown Los Angeles. Andere sagen, der Popstar lagere in einem Frischhalte-Sarg im Friedhof Forest Lawn Memorial Park. Dritte wollen wissen, dass der einstige King of Pop schon längst in Las Vegas sei, seiner heimlichen Lieblingsstadt, und dort in einer Gruft beerdigt werden soll.

Spekulationen ranken sich auch Wochen nach dem Tod weiterhin um die letzte Ruhestätte der sterblichen Überreste von Michael Jackson. Fest steht im Moment tatsächlich nur, dass "Wacko Jacko", wie der 50-jährige Superstar zu Lebzeiten ob seiner kuriosen Charakterzüge zum Ende hin immer häufiger gerufen wurde, wohl noch immer nicht beerdigt wurde.

Das bestätigte jetzt auch sein Bruder Tito Jackson. Gegenüber der TV-Show "Entertainment Tonight" sagte Tito, dass sich sein toter Bruder noch immer in den Hallen des Forest Lawn Friedhofs befinde. Hier wurde kurz nach seinem Ableben die Trauerfeier im engsten Kreis der Familie abgehalten. Aber auch diese Aussage könnte sich als Finte der Jackson-Familie erweisen.

Totales Mysterium

Warum die Jackson-Familie um den letzten Ruheort von Michael eine solche Zirkusveranstaltung abzieht -Tito erzählte während einer Reggae-Veranstaltung auf Jamaica von der letzten Ruhestätte seines Bruders - hat wohl einen finanziellen Hintergrund. "In der Jackson-Familie gibt es Kräfte, die Neverland in einen lukrativen Kultort verwandeln wollen", sagt Brian Oxman, einstiger Anwalt und noch heute ein guter Freund der Familie. Mit Eintrittskarten und Jahrmarktsstimmung wolle man eine Art Pilgerstätte für Michael-Jackson-Fans errichten. Dazu müsste der Leichnam dort begraben werden. Damit könnte man das Modell Graceland kopieren, wo Elvis begraben ist. Rund 600.000 Fans im Jahr besuchen dort für ein Eintrittsgeld von mindestens 70 Dollar die sterblichen Überreste ihres Idols.

Doch dafür müsste die Bezirksverwaltung von Santa Barbara County mit einer Ausnahmeregelung die Beerdigung einer Privatperson erlauben. Bisher liegen bei der Verwaltung fünf solcher Anträge sowohl von der Jackson-Familie als auch von den privaten Investoren, die Neverland im Rahmen des finanziellen Engpasses von Jackson übernommen hatten. Doch die Behörden mauern: "Es ist uns laut Verwaltungsstatut nicht erlaubt, eine solche Genehmigung rauszugeben. Auch dann nicht, wenn es sich um Michael Jackson handelt", sagt ein Stadtangestellter.

Und so muss der tote Jacko noch weiter auf seinen allerletzten Moonwalk warten. Es ist ohnehin fraglich, ob der Superstar gerne unter seinem Lieblingsbaum auf der heruntergekommenen und längst tierlosen Neverland-Ranch begraben werden möchte. Schließlich begannen dort die Vorfälle, weswegen Jackson sich wegen mutmaßlicher Kinderschändung vor Gericht verantworten musste. Zwar wurde er freigesprochen, doch den Makel eines pädophil veranlagten Sängers wurde er nie los.

Die verlorene Nase

Interessant im Zusammenhang mit der letzten Ruhestätte ist auch die Theorie, dass Jackson gar nicht mehr im goldenen Sarg lag, als Millionen von Menschen den Star im Staples Center in Los Angeles und vor den TV-Bildschirmen eine letzte Ehre erwiesen. Dubiose Insider wollen wissen, dass der 20.000 Dollar teure Sarg gar leer war und Jackson schon wenige Tage nach seinem Herzstillstand verbrannt wurde. Ob nun - wie mehrfach berichtet - mit seinem Gehirn oder ohne Gehirn, wird wohl auch eines der ständigen Gerüchte bleiben. Eine Zeugin will gar gesehen haben, dass auch die Nase des Popstars verschwunden sei. Nur noch "ein wenig Knorpel und ein kleines dunkles Loch", will sie beim Blick auf den toten Körper in der Leichenhalle gesehen haben, zitiert das Musikmagazin "Rolling Stone" die Zeugin.

Motown-Gründer und Jackson-Freund Berry Gordy dagegen musste Geschichten abstreiten, er würde den toten Körper seines alten Freundes und treuen Weggefährten Jackson derzeit auf seinem Privatgrundstück verstecken. Und einige Gazetten in den USA vermuteten sogar, dass sich organisierte Grabräuber auf die Suche nach dem Jackson-Körper begeben haben. Die Theorie, Michael Jackson sei gar nicht tot, fand natürlich auch sofort Nährboden. Wie schon zum Tode von Marilyn Monroe, John F. Kennedy und Elvis Presley.

Und fast schon scheint es normal, dass einer wie Michael Jackson auch im Tod noch Schlagzeilen macht. Ein "Thriller",, der die Welt auch noch dann beschäftigen wird, wenn Jackson endlich seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Möglicherweise ist die Erklärung aber ganz profan: Der Staatsanwalt hat die Leiche einfach noch nicht zur Beerdigung freigegeben, weil man hofft, durch weitere Untersuchungen das Rätsel der Todesursache doch noch zu lösen.