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Michael Jackson: Trouble in Belgien

Michael Jackson hat einen seiner größten Hits geklaut. Und das ist nur der Anfang des neuen Jacko-Ärgers. Der Entertainer soll drogensüchtig sein und ganz gerne mal einen zuviel trinken.

Von Frank Siering, L.A.

"You are not alone" war einer der größten Hits von Michael Jackson. Nun hat ein Gericht in Belgien allerdings festgestellt, dass "Wacko Jacko" wohl tatsächlich nicht ganz allein war, als R. Kelly den Song für ihn 1995 geschrieben hat. Die Zwillingsbrüder Edddy und Danny van Passel müssen zumindest im Hinterkopf mitgesummt haben. Die Belgier hatten nämlich schon 1993 ein Lied geschrieben, das da heißt "I we can start all over" und von der Melodie tatsächlich arg an Jacksons Superhit erinnert. Nun also darf der einstige King of Pop zumindest in Belgien laut Gerichtsbeschluss diesen Hit nicht mehr als sein Eigentum propagieren. Andere Länder dürften im neu entbrannten Copyright-Streit schon bald mit weiteren Verboten folgen.

Das ist aber nur der Anfang des neuen Schlagzeilen-Ärgers für den Bahrain-Reisenden Jackson, der in letzter Zeit häufiger an der Ostküste der Vereinigten Staaten bei der Häusersuche gesichtet wurde. Durchaus möglich, dass Jacko die Heimreise plant. Diesmal hat er den Bundesstaat Virginia im Visier. Aus Hollywood wabern derweil Gerüchte durch die Sunset-Ballustraden, Jackson sei Schmerztabletten und Alkohol verfallen, habe seinen Sturz vom Olymp bis heute genauso wenig verkraftet wie Lieblingsaffe Bubbles die Verdammnis aus der Neverland-Ranch.

Offener Brief der Familie

Fiktion oder Wahrheit? Das "People Magazine", immerhin eines der renommiertesten Promi-Magazine der Welt, steht im Mittelpunkt der neuen Attacke vom Jackson-Clan. Jackos Mama Katherine und vier seiner Brüder schickten einen offenen Brief an verschiedene Medienvertreter (siehe Brief im Anhang), um sich gegen diese "bösartigen Anschuldigen" zu wehren. "'People' verbreitet unwahre und gemeine Informationen über Michael Jackson und die Jackson Familie", steht da. Und weiter: "Eines der fiesesten Gerüchte ist, dass mein Sohn, unser Bruder, Michael Jackson, abhängig sein soll von Schmerzmitteln und Alkohol."

"People" hatte in seiner jüngsten Ausgabe einen mehrseitigen Artikel veröffentlicht, in dem mehrfach von einer nicht genannten Quelle auf ein angebliches Medikamenten- und Alkoholproblem bei Jackson hingewiesen wird. Die Illustrierte steht auch nach der Veröffentlichung zu ihrer Geschichte, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die lieben Verwandten

Und so hämmern die Jackson-Five dann auch fröhlich weiter drauf los. Keiner der Familienmitglieder habe die Absicht, im Leben von Michael zu intervenieren oder - und hier wird es nun ganz spannend -¬ "sich in die Businessangelegenheiten von Michael Jackson einzumischen". Hoppla, rufen die Branchenkenner. Bahnt sich hier ein Familienstreit um das ohnehin schon in Scherben liegende Restimperium des einstigen Megamoney-Makers an? Noch gehört ihm ein Grossteil des Beatles-Songkatalogs. Laut "People" immerhin mindestens eine Milliarde Dollar wert. Da können auch liebevolle Familienmitglieder schon einmal zu Dollarhaien mutieren und versuchen, "zu intervenieren". Natürlich alles nur, um dem Bruder Gutes zu tun. Möglich ist alles in Hollywood. Selbst die Liebe zur Musik scheint Jackson dieser Tage wiederentdeckt zu haben. Der Pittsburgh Radiosender 96.1 Kiss-FM schickte unlängst den Song "Mamacita" über den Äther und behauptete, es handle sich dabei um die Jackson-Comeback-Single. Raymone Bain ist die Sprecherin von Jacko. Sie schüttelte kräftig den Kopf und ließ sofort eine Pressemitteilung herausgeben, dass "Mr. Jackson bisher noch keine Single herausgebracht habe". "Bisher" also ¬ zumindest offiziell noch kein neuer Song vom Mann mit dem Handschuh. Vielleicht muss das Management auch erst einmal checken, ob das neue Lied auch wirklich aus der Feder von Jackson und nicht aus Belgien stammt.