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Michael Jacksons Affe: Was macht eigentlich "Bubbles"?

Der ehemalige beste Freund und Weggefährte von Michael Jackson lebt in einem Altersheim für Schimpansen: "Bubbles" lauscht Flötenmusik und macht den Moonwalk.

Von Frank Siering, Los Angeles

Michael Jackson war ein großer Tierfreund. Sein Privatzoo auf der Neverland-Ranch war eine Art Schutzgebiet für verlassene und misshandelte Tiere. Giraffen, Tiger, Flamingos, Elefanten und Schlangen fanden auf dem zehn Quadratkilometer großen Grundstück ein neues Zuhause. Ein Tier hatte er besonders in sein Herz geschlossen: "Bubbles", den wohl berühmtesten Schimpansen der Welt.

Unvergessen sind die Fotos von Bubbles auf dem Arm von Michael Jackson. Der Popstar mit einem Herz für Tiere hatte den erst drei Jahre alten Affen 1985 aus einer medizinischen Versuchsklinik in Texas gerettet und bei sich aufgenommen. Häufig bezeichnete Jackson seinen kuscheligen Weggefährten als seinen "besten Freund".

"Bubbles" durfte in einem Kinderbett in Jacksons Schlafzimmer übernachten, saß mit ihm während der Mahlzeiten am Tisch und guckte sogar mit dem Popstar Filme im hauseigenen Kino. Und als Elizabeth Taylor, eine der besten Freundinnen Jacksons, eine nach ihr benannte Klinik in Washington eröffnete, war "Bubbles" es, der den King of Pop zu dieser Veranstaltung begleitete.

2003 muss "Bubbles" die Ranch verlassen

2003 allerdings, wurde der Schimpanse aus der damals noch heilen Welt der Neverland-Ranch in eine Tierklinik verbannt. Jackson hatte Angst, dass "Bubbles" seinen gerade geborenen Sohn Prince Michael II. angreifen könnte. In der TV-Dokumentation "Living with Michael Jackson" gab er sogar zu, dass "Bubbles" zunehmend aggressiver werde.

Heute lebt der inzwischen 26 Jahre alte Affe im "Center for Great Apes" ("Zentrum für Menschenaffen") in Florida. Hier verbringt er seit vier Jahren die Tage damit, "faul in seiner Hängematte herumzuliegen, leise Flötenmusik zu hören und mit seinem besten Kumpel Sam herumzuspielen", sagt die Leiterin des Zentrums, Patti Ragan. "Bubbles ist inzwischen ein voll ausgewachsener männlicher Schimpanse. Er wiegt über 70 Kilogramm und ist fast 1,70 Meter groß, wenn er sich aufrecht hinstellt", beschreibt Ragan das Tier. Da ist es mit dem Knuddeln für die Kameras nicht mehr ganz so leicht.

Jackson plante Geburtstagsparty für "Bubbles"

Jackson hielt lange Zeit engen Kontakt zu dem Affen, plante sogar eine große Geburtstagsparty für ihn, zu der er "Cheeta", den Schmipansen aus dem Film Tarzan, und "Lassie", den Collie aus der gleichnamigen Fernsehserie, einladen wollte. Er schrieb ihm Briefe und schickte Fotos. "Bubbles" reagierte sehr aufgeregt, wenn neue Fotos von Jackson ankamen, aber verlor mit den Jahren immer mehr das Interesse an seinem alten Weggefährten.

"Bubbles", so berichtet seine Betreuerin, "verbringt seine Zeit meist mit sechs anderen Schimpansen". Er isst sehr gerne süße Kartoffeln (angeblich war das auch die Lieblingsspeise von Michael Jackson), er "malt" und lauscht sanfter Flöten- und Gitarrenmusik. Und "Bubbles" klettert gerne auf seinen Lieblingsbaum. Dort "sitzt er oftmals stundenlang und schaut über die Orangenbäume in der Ferne", sagt die Tierpflegerin Ragan. Er gilt als sehr friedlich und sanft, begrüße Neuankömmlinge mit zaghafter Zurückhaltung und mit freundlichem "Entlausen".

Der Popstar hatte stets bereut, den Affen weggeben zu haben. "Er hat häufig über 'Bubbles' gesprochen, auch mit seinen Kindern", sagt Brian Oxman, Anwalt und Familienfreund der Jacksons. Aus Trauer und wohl auch, weil er den Affen vermisste, kündigte Jackson vor einiger Zeit einen Besuch im "Center for Great Apes" an. Aber dazu kam es nicht mehr.

Es könnte sein, dass "Bubbles" sogar im Testament Jacksons bedacht ist. Und der ausgewachsene Schimpanse bedankt sich auf seine Art und Weise für die jahrelange Zuneigung des Popstars. Ab und zu, wenn er richtig gut drauf sei, mache er für einige Sekunden den "Moonwalk", berichten die Angestellten im Affen-Zentrum. Ein kleines Dankeschön und eine liebe Erinnerung von "Bubbles" an seinen alten Kumpel Michael.

Mitarbeit: Jens Maier