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Monica Lewinsky über Internet-Mobbing: "Ich war der Patient Null"

Per Twitter und mit einer emotionalen Rede meldet sich Monica Lewinsky zurück in der Öffentlichkeit. Die berühmteste Praktikantin der Welt hat einen neuen Plan für ihr Leben.

Ihr offizieller Twitter-Account ist noch keine 24 Stunden alt, da zählt Monica Lewinsky schon über 50.000 Follower. "Es geht los" twitterte die berühmteste Praktikantin der Welt schlicht am Montag.

Zehn Jahre lang hatte sich Lewinsky fast komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, doch im Juni meldete sie sich überraschend in der amerikanischen "Vanity Fair" zur Wort. Und positionierte sich in einem ausführlichen Artikel erstmals als Sprecherin für Opfer von Internet-Mobbing. Es ist die Flucht nach vorn - und sie scheint der mittlerweile 41-Jährigen dieses Mal zu gelingen.

Bei der renommierten "Under 30"-Konferenz des Wirtschaftsmagazins "Forbes" wurde sie als Gastrednerin gebucht, sprach dort am Montag emotional von ihren Erfahrungen als Unfreiwillige im Rampenlicht. Die Zuschauer waren begeistert:

"Monica Lewinsky war die erste Person, deren Ruf mit sofortiger Wirkung durch das Internet zerstört wurde", hieß es bei "Forbes" in der Programmbeschreibung. "Ich war der Patient 0", sagte Lewinsky selbst.

Die Affäre mit dem amerikanischen Ex-Präsidenten Bill Clinton liegt mittlerweile 16 Jahre zurück - hinter sich lassen konnte Lewinsky den Skandal jedoch nie. Ihre Versuche, als Taschen-Designerin oder Werbegesicht Fuß zu fassen, schlugen fehl - zu groß war der Image-Schaden, den sie durch die öffentlich gemachte Affäre abbekam. Auch nach einem Psychologie-Studium im Ausland konnte Lewinsky keinen Arbeitgeber finden, der bereit war, sie trotz ihres Namens einzustellen. Auch, weil die Clintons immer noch eine der mächtigsten Politikerfamilien der USA sind.

Das Gefühl, das sie die meiste Zeit über begleitet habe, sei das der Scham, sagte Monica Lewinsky in ihrer Rede. Sie habe das alles aber irgendwie überlebt und wolle nun mit ihren Erfahrungen all denen helfen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, die Opfer eines Shame-Game sind, wie sie es nennt. "Ich möchte dem Erlebten einen Sinn geben und mein Leiden nützlich machen", sagte sie. Sie könnte endlich einen Weg dazu gefunden haben.

sst