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Nach dem Tod von Loriot Der Humorist und seine Figuren


Der Komiker Vicco von Bülow alias Loriot ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hielt den Deutschen den Spiegel vor - und sie lachten auch noch darüber. Ein Rückblick auf sein Leben und seine Figuren.

So kannten ihn Millionen: Loriot auf seinem klassischen Sofa. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Komiker Vicco von Bülow alias Loriot am Montag im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See an Altersschwäche gestorben. Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden.

Bekannt wurde Loriot mit unzähligen TV-Sketchen. Beliebt war vor allem die sechsteilige Fernsehserie "Loriot", die ab 1976 von Radio Bremen produziert wurde. Er hat aber auch zwei Kinofilme gerdreht. "Ödipussi" (1988) und drei Jahre "Pappa ante Portas". Loriot spielt darin den frisch verrenteten Heinrich Lohse, der plötzlich über viel Tagesfreizeit verfügt und nicht nur seiner Ehefrau damit mächtig auf die Nerven geht.

Unvergesslich auch sein Auftritt als Dichter Lothar Frohwein, der unter anderem 22 Gedichte aus seinem Zyklus "Abschied" vorliest: "Melusine, Kraweel, Kraweel" hebt er an, wird dabei aber immer wieder von einem heftigen Schluckauf unterbrochen. Beliebte Kreationen Loriots waren auch Wum und Wendelin, die bei Wim Thoelkes Sendung "Der große Preis" ihren regelmäßigen Auftritt hatten. Gelegentlich schaute auch der blaue Klaus vorbei, ein Außerirdischer. Loriot sprach alle Stimmen selbst.

Berühmt seine Rolle als Vik Dorn, einer der profiliertesten Darsteller des internationalen Horrorfilms. Auf sein Aussehen angesprochen ("Dieses scheußliche Gesicht"), sagt Dorn: "Was für eine Maske?". Irgendwann dämmert der von Evelyn Hamann gespielten Reporterin, dass der Mann wirklich so aussieht.

Evelyn Hamann war seine kongeniale Partnerin. Mit ihr hat er zahllose TV-Sketche produziert. Hamann war bereits vor knapp vier Jahren gestorben. Ihren Tod kommentierte Loriot damals mit den folgenden Worten: "Liebe Evelyn, dein Timing war immer perfekt, nur heute hast du die Reihenfolge nicht eingehalten. Na warte ...".

Loriot verfügte über die bewundernswerte Gabe, in immer neue Rollen und Charaktere zu schlüpfen. Legendär ist seine Rolle als Opa Hoppenstedt. Immer wieder hat Loriot den alltäglichen Geschlechterkampf aufgespießt. Die Männer kamen dabei nicht selten sehr schlecht weg, aber auch die Frauen machten häufig keine gute Figur.

Mit seinem ersten Film "Ödipussi" versuchte sich Loriot 1988 erstmals an der langen Form. Trotz einiger komischer Szenen gelang ihm das noch nicht so gut wie bei seinem zweiten Versuch mit "Pappa ante Portas".

che/hw

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