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RTL-Interview: "Tiefer geht's nicht" - Nadja Abd el Farrag wollte sich das Leben nehmen

Ihre Rückschläge haben Spuren hinterlassen: Nadja Abd el Farrag sprach in einem Interview vom "beschissensten Jahr" ihres Lebens. Vor allem die Einsamkeit mache ihr zu schaffen, so die 51-Jährige, die in schlimmen Momenten auch an Suizid dachte.

Nadja Abd el Farrag

Nadja Abd el Farrag gibt in ihrem Hamburger Hotelzimmer dem Team von RTL ein Interview.

Sie ist verschuldet, hat seit mehr als einem Jahr kein eigenes Zuhause und sitzt nach einem Unfall zu allem Übel wohl noch einige Zeit im Rollstuhl: Nadja Abd el Farrag hat in ihrem Leben schon deutlich bessere Phasen erlebt. In einem Interview verriet die 51-Jährige nun, dass sie angesichts ihrer Situation zeitweise sogar an Suizid gedacht habe.

Dem Magazin "RTL Exclusiv", das Abd el Farrag in deren 17 Quadratmeter großen Hotelzimmer besuchte, gestand die Ex-Freundin von Dieter Bohlen, "noch nie so ein schlechtes Jahr" gehabt zu haben. "Die anderen Jahre gingen immer so einigermaßen, aber 2016 war echt das beschissenste Jahr, das ich je hatte." Trotz der Rückschläge versuche sie, sich einen Funken Optimismus zu erhalten: "Es kann ja nur nach oben gehen. Tiefer geht's nicht." 

Nadja Abd el Farrag: "Ich falle allen bloß zur Last"

Gerade die Einsamkeit macht ihr dabei offensichtlich besonders zu schaffen. Nur ihr Hund wisse, wie sie sich fühle, wie sie denke und wie es ihr gehe, berichtet sie. "Ansonsten bin ich allein." In diesen Momenten sieht Abd el Farrag, die seit Kurzem als Assistentin eines Zauberers arbeitet, die Welt offenbar nur noch schwarz. "Dann denke ich, so geht es nicht mehr weiter. Dann kommen die Gedanken, wenn ich hier liege im Bett. Es bringt nichts, ich falle nur allen zur Last", so die unter dem Spitznamen "Naddel" bekannt gewordene Hamburgerin.

Einen Ausweg aus ihrer Situation und ihren Zukunftsängsten sah sie nach eigenen Angaben auch in einem möglichen Suizid. Ihre Überlegungen kreisten demnach insbesondere um das Gift Arsen. Sie habe schon darüber nachgedacht, "nimmst du 'nen Löffel im Teebecher und zack, bist du in einer Sekunde tot", gewährt Abd el Farrag einen Einblick in ihre Gefühlswelt.

"Hätte eine Familie gegründet und wäre glücklich"

Inzwischen habe sie die Gedanken, sich das Leben zu nehmen, aber wieder verworfen. Der nahenden Weihnachtszeit blickt die 51-Jährige umso sorgenvoller entgegen. Sie wisse schon jetzt, dass sie an Heiligabend allein und mit Taschentüchern dasitze, und dann "drei Tage am Stück heule".

Gerade in solchen, einsamen Momenten frage sich immer wieder, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, hätte sie Bohlen nicht kennengelernt. Ihr Fazit: "Ich hätte eine Familie gegründet und wäre glücklich." 

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

mod
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