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Oliver Pocher: Wer zuletzt lacht

Für eine Beleidigung bei "Wetten dass ...?" muss TV-Komiker Oliver Pocher teuer bezahlen. Die Richterin kündigte ein Schmerzensgeld von 5000 bis 10.000 Euro an.

Ein beleidigender Scherz über das Aussehen einer Fernsehzuschauerin wird TV-Komiker Oliver Pocher voraussichtlich teuer zu stehen kommen. Dana Gottschalk aus Stadthagen forderte am Mittwoch im Landgericht Hannover 35.000 Euro Schmerzensgeld. Pocher hatte im Januar vor laufender Kamera bei einer Außenwette von "Wetten, dass...?" zu ihr gesagt: "Du siehst ganz schön alt aus für dein Alter." Danach empfahl er der 29-Jährigen noch eine Schönheitsoperation.

"Das tat richtig weh", sagte Gottschalk. "Ich habe mir seitdem mehr als einmal die Frage gestellt, warum er mir das gesagt hat." Richterin Dorothea Wevell von Krüger bezeichnete Pochers Bemerkung als "erheblich herabsetzende Äußerung, die ohne jeden Grund gefallen ist und dazu diente, sich auf Kosten der Klägerin zu profilieren." Wevell von Krüger deutete an, dass sie die Forderung nach einer Entschädigung für gerechtfertigt hält - allerdings nicht in dieser Höhe. Sie sprach von 5000 bis 10.000 Euro. Pocher, der nicht ins Gericht gekommen war, lehnt die Zahlung von Schmerzensgeld ab. Das Urteil soll am 11. Januar verkündet werden.

"Halbherzige" Entschuldigungen

Der TV-Komiker hatte sich nach dem Eklat bei "Wetten, dass...?" mehrmals entschuldigt - unter anderem in seiner Show "Rent a Pocher". Dana Gottschalk meinte allerdings, es seien nur "halbherzige" Entschuldigungen gewesen.

Richterin Wevell von Krüger wies darauf hin, dass Pocher mit seiner eigenen Show längst nicht die mehr als 14 Millionen Zuschauer erreicht, die die "Wetten, dass...?"-Ausgabe damals sahen. Kurz nach der Samstagabendsendung hatte Gottschalk ihre Forderung nach Schmerzensgeld erhoben, zunächst 25.000 Euro, später erhöhte sie die Summe.

Auf "gleicher Augenhöhe"?

Pochers Anwalt Christian Scherz sagte, sein Mandant und Gottschalk seien sich bei ihrem Schlagabtausch auf "gleicher Augenhöhe" begegnet. In der Sendung sei nicht zu erkennen gewesen, dass sich die 29-Jährige beleidigt und verletzt fühlte. Außerdem hielt er ihr vor, dass sie sich nach dem Vorfall selbst auf eine "Talkshow-Tour" begeben habe. Gottschalk war in drei TV-Sendungen aufgetreten - unter anderem bei "Explosiv" und in der "Aktuellen Schaubude".

DPA / DPA