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Patton Oswalt: So witzig verarbeitet der "King of Queens"-Star den Tod seiner Frau

Als seine Frau völlig überraschend starb, stand "King of Queens"-Star Patton Oswalt plötzlich alleine mit seiner kleinen Tochter da. Nun verarbeitet er die schlimmste Erfahrung seines Lebens - mit jeder Menge Humor.

Patton Oswalt King of Queens

Patton Oswalt und seine im April verstorbene Ehefrau Michelle McNamara

Die meisten kennen Patton Oswalt als Dougs Kumpel Spence aus "King of Queens". Vor einem knappen halben Jahr machte der Schauspieler und Comedian traurige Schlagzeilen. Seine Frau Michelle McNamara starb völlig überraschend im Schlaf, Oswalt blieb mit seiner siebenjährigen Tochter zurück. Nun steht er wieder auf der Bühne und verarbeitet den Tod und seine Gefühle für seine Frau mit dem was er am besten kann: Er macht Witze darüber.

Dabei schafft er den großen Spagat, die Würde seiner geliebten Frau und seiner Tochter zu erhalten, das Dramatische ihrer Situation zu schildern – und trotzdem richtig lustig zu sein. "Ich bin jetzt Witwer. Das ist ein bisschen wie in jeder schlechten 80er Sitcom", erklärte er bei einem Besuch bei Latenight-Talker Conan O’Brien. "Da ist ein Vater, der ein Kind alleine erzieht. Nur das meine 80er Sitcom einfach scheiße ist. Es gibt keine Witze, nur jede Menge Schlaflosigkeit und Abende, an denen ich Chips als Abendbrot esse. Ich warte fast, dass sich meine Tochter zur Kamera dreht, die Schultern zuckt und sagt 'Kein Wunder, dass ich in Therapie bin.' Doch der Moment kommt nicht."

 

Das Leben als miese Sitcom

Seine siebenjährige Tochter Alice hätte es deutlich besser weggesteckt als er selbst. Sie wollte sofort wieder zur Schule gehen, erzählt Oswalt. Doch da wäre noch die Sache mit ihren Freunden gewesen. Die stellten ihm ohne jeden Filter Fragen wie: "Warst du traurig, als Alice’s Mutter gestorben ist?" Was soll man nur drei Tage nach dem schrecklichen Schicksalsschlag darauf antworten?

Andere würden tiefe Einblicke in ihre Familien erlauben. "Einer kam an und fragte, ob Alice nun eine Stiefmutter bekäme. Ich antwortete, darüber würde ich jetzt noch nicht nachdenken." Er habe sofort eine gehabt, als seine Eltern sich getrennt haben, erklärte der kleine Junge daraufhin. "Da bin ich mir sicher, dachte ich mir. Sie bringt dir vermutlich nun Russisch bei. Aber ihr Pilates-Unterricht für deine Mutter wird nun wohl flach fallen."

Stand-up als Heilmittel

In einem neuen Stand-up-Programm verarbeitete er seine Gefühle und Erfahrungen nun das erste Mal ausführlicher. Natürlich mutete Oswalt seinen Zuschauern bei seinem ersten Comedy-Auftritt nicht seine traurige Geschichte als Einsteiger in das Program zu. Zuerst ging es um seine einstigen Lieblingsthemen, von Comics bis zu Superheldenfilmen. Auch die Absurditäten des aktuellen US- Wahlkampf nahm er aufs Korn. Doch dann kam das unvermeidliche Thema.

"Viele sagten mir, ich sei auf einer heilenden Reise. Aber so fühlt es sich nicht an. Ich nenne es ein dumpfes Durchkommen. Wenn man auf einer heilenden Reise sein soll, und dann den Tag nur Cornflakes essend in Unterwäsche verbringt, denkt man sich: 'Ich versage gerade bei meiner heilenden Reise.' Wenn man es aber als stumpfes Durchkommen sieht, sagt man sich stattdessen: 'Jup, genauso geht's.'"

Mit Humor gegen den Schmerz

Besonders nimmt ihn ein Satz mit, den seine Frau Michelle immer zu ihm sagte. "Ich versuchte, ihr immer zu erklären, dass alles mit Grund passiert. Sie antwortete 'Nein, tut es nicht.' Und nun hat sie es mir auf die beschissenste Art bewiesen, die sich irgendwer ausdenken kann. Sie hat die Diskussion auf die schlimmste Art gewonnen."

Auch aus dem ersten Besuch von Michelles Grab kann Oswalt noch Humor ziehen. Er hatte sich nach der Beerdigung monatelang nicht bereit gefühlt, dorthin zu gehen. Als er seine Tochter nach den Sommerferien das erste Mal wieder in die Schule brachte, raffte er sich zusammen. Man habe sich so einen ruhigen Moment vorgestellt, wie es eben in Filmen sei, erzählt er. Mit zwitschernden Vögeln und jeder Menge Frieden. Doch dann kam es anders: "Auf der einen Seite lieferte sich diese armenische Familie einen Schrei-Wettbewerb, auf der anderen saß eine niedliche chinesische Großfamilie, die Pizza essend auf einem Ghettoblaster 'my heart will go on' hörte." Und das Publikum liegt johlend in den Stühlen, trotz des tragischen Themas.

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