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Peaches Geldof: Ein Fall für die Super-Nanny

Während Sir Bob Geldof im Dienste des Weltfriedens durch die Welt jettet, tanzen seine jugendlichen Töchter zuhause in London auf den Tischen. Jüngster Vorfall: Peaches Geldof wurde beim Klamotten-Klau erwischt.

Von Gerhild Stoltenberg

Es wird einfach nicht ruhiger um Peaches Geldof. Nach einem Drogen-Zusammenbruch und ihrer Blitzhochzeit mit Musiker Max Drummey, 23, im Sommer, gerät sie nun mit einer Aktion in die Schlagzeilen, die man normalerweise Diebstahl nennen würde. Aber in ihrem Fall waren die Ladenbesitzer so freundlich, lediglich zu vermelden, dass die 19-Jährige ihre Londoner Luxusboutique verlassen wollte, ohne die Kleidungsstücke über ihrem Arm zu bezahlen. Kann vielleicht mal passieren, bei ihr aber ist es bereits der vierte Vorfall dieser Art.

Während Peaches und ihre Schwester Pixie, 18, wild feiernd London unsicher machen und Skandale produzieren, fragen sich viele, warum ihr Vater Bob Geldof, 57, nicht eingreift. Offenbar ist er zu beschäftigt - Saint Bob muss die Welt retten, feiern und musizieren. Der "Live Aid"-Erfinder gondelt von Kontinent zu Kontinent, um Gehör und Geld für die gute Sache zu bekommen. Äußerst lobenswert, allerdings: Während er Kinder in der Dritten Welt rettet, kann er seine eigenen nicht vor Unheil bewahren.

Das Verhältnis zwischen Geldof und seinen insgesamt vier Töchtern ist liebevoll und eng, aber von Erziehung im eigentlichen Sinn kann man nicht sprechen. Zur Las-Vegas-Hochzeit von Peaches sagte er lediglich: "Ein starkes Stück. Als dein Vater finde ich es ein wenig dumm, weil du sehr jung bist. Aber andererseits freue ich mich für dich. Wenn du ihn liebst, ist es eine gute Sache." Keine Spur von auf den Tisch hauen also. Aber wie könnte er auch? Schließlich hatte er selbst in einer wilden Zeremonie in Las Vegas geheiratet -kennengelernt hatte er Peaches' Mutter Paula Yates übrigens, als diese 17 war.

Das traurige Beispiel seiner Ex-Frau, die im September 2000 an einer Heroin-Überdosis starb, sollte ihm eigentlich zeigen, dass man manchmal hart durchgreifen muss. Auch wenn man sich damit erst mal keine Sympathiepunkte einfährt. Eltern sind eben keine Kumpel. Aber der Gutmensch Geldof will diese Rolle bei seinen Kindern nicht aufgeben, scheint es. Während das bei seiner ältesten Tochter Fifi Trixibelle, 25, bislang komplikationslos funktioniert hat und auch die Jüngste, Tiger Lily, 12, noch keine Probleme macht, können Pixie und Peaches mit zu viel Freiheit nicht umgehen.

Sie haben sich und ihre Rolle in der Welt noch nicht wirklich gefunden, führen ein ruheloses Leben, sind mal Rockstarmuse, mal Partybraut, mal It-Girl. Saint Bob sollte die Adventszeit nutzen und, statt auf Galas, Ehrungen und Partys rumzuzwitschern, sich lieber mal seine Brut zur Brust nehmen. Höchste Zeit, ein ernstes Wörtchen mit den jungen Damen zu sprechen.