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Debatte um Nackt-Verbot beim Playboy: "Hugh Hefner hat den Verstand verloren"

Der "Playboy" hat beschlossen, keine nackten Frauen mehr zu zeigen. "Hustler"-Verleger Larry Flynt kritisiert seinen alten Widersacher Hugh Hefner nun wegen der Entscheidung - mit deutlichen Worten.

Von Andreas Renner, Los Angeles

"Hustler"-Erfinder Larry Flynt (l.) glaubt, "Hugh Hefner (r.) hat den Verstand verloren"

"Hustler"-Erfinder Larry Flynt (l.) glaubt, "Hugh Hefner (r.) hat den Verstand verloren"

"Playboy"-Gründer Hugh Hefner, 89, und "Hustler"-Erfinder Larry Flynt, 72, sind die Pioniere der erotischen Nacktkunst in Magazinen. Die beiden konkurrierenden amerikanischen Verleger machten einst ein Vermögen, indem sie in ihren Magazinen die Frau als Sexobjekt präsentierten. In Zeiten des Internet zieht dieses klassische Format des Männermagazins jedoch nicht mehr. Die Auflage des "Playboy" fiel von einstmals rund sechs Millionen verkauften Exemplaren auf aktuell 800.000. Bei "Hustler" vertreibt man noch rund 500.000 Hefte. Um dem Auflagenschwund entgegenzuwirken, beschloss man beim "Playboy" künftig auf nackte Frauen als optische Zugpferde zu verzichten. Eine Entscheidung, die Larry Flynt mit gewohnt bissigen Verbal-Attacken in Richtung Hugh Hefner kommentiert: "Hefner ist fast 90 Jahre alt. Ich weiß, dass er älter wird, aber ich wusste nicht, dass er seinen Verstand verloren hat."

Auf nackte Frauen in einem Männermagazin wie "Playboy" zu verzichten, ist nach Ansicht von Larry Flynt der endgültige Todesstoß für das ohnehin schon angeschlagene Playboy-Format. "Wie kann man denn den wichtigsten Bestandteil eines Magazins einfach entfernen – vor allem jenen Bestandteil, der das Magazin einst so berüchtigt gemacht hat", sagte Flynt gegenüber dem Sender CNN. Anstatt seine Identität komplett aufzugeben, rät Flynt seinem alten Widersacher Hugh Hefner: "Man muss ein Magazin führen wie ein Unternehmen. Wenn man an Umsatz einbüßt, muss man eben Kosten einsparen. Ich beschäftige bei Hustler sieben Redakteure, Hefner hat um die 40 oder 50. Ich mache Gewinn, er verliert jeden Monat Geld."

Flynt - der mit seinem Verlag rund 20 Magazine vertreibt sowie zahlreiche Nachtclubs, Sexshops und Casinos unterhält – würdigt Hefner jedoch auch als Visionär: "Man wird sich an ihn erinnern als Vorreiter der sexuellen Revolution. Allerdings nicht unbedingt als begnadeten Geschäftsmann." Aus Insiderkreisen in Los Angeles hört man unterdessen, dass Hugh Hefner aus Gesundheitsgründen schon seit geraumer Zeit kaum noch Einfluss nimmt auf das Tagesgeschäft beim "Playboy". Der starke Mann bei "Playboy"-Enterprises heißt Scott Flanders – angeblich war Hefner selbst auch nicht sehr erfreut über die Richtungsänderung bei seinem "Baby", wie er sein Heft gerne nennt. "Aber er hat keine Macht mehr, die Geschäfte führen nun andere", weiß ein Insider.