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Umstrittene Aussage: Schottischer Priester: Christen sollen dafür beten, dass Prinz George schwul wird

Kelvin Holdsworth, Priester der Scottish Episcopal Church, glaubt: Ein schwules Mitglied der englischen Königsfamilie zwinge die Church of England dazu, die gleichgeschlechtliche Ehe zu unterstützen. 

Prinz George (4) an seinem ersten Schultag (Archivbild)

Prinz George (4) an seinem ersten Schultag (Archivbild)

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Kelvin Holdsworth, Probst an der St Mary's Church in Glasgow, sorgt in Großbritannien mit einer umstrittenen Aussage für Aufsehen. Seiner Meinung nach sollen Christen dafür beten, dass Gott George eines Tages "mit der Liebe eines schönen jungen Gentleman segne". Nach Auffassung des Priesters würde das den Druck auf die englische Kirche (Church of England) erhöhen, sich für die gleichgeschlechtliche Ehe auszusprechen.

Holdsworth erwähnte den britischen Thronfolger in einem Kommentar über die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in der englischen Kirche. Der Priester hatte den Kommentar bereits im vergangenen Jahr geschrieben und veröffentlichte ihn erneut nach Bekanntwerden der Verlobung von Prinz Harry und Meghan Markle vor wenigen Tagen. In Wales und England ist es gleichgeschlechtlichen Paaren nicht gestattet, in Kirchen zu heiraten.

"Mit einer königlichen Hochzeit könnte man diese Dinge sehr leicht angehen, obwohl wir darauf vielleicht noch 25 Jahre warten müssen", heißt es in Holdsworth Kommentar weiter.

"Nicht meine Absicht, jemandem Kummer zu bereiten"

Für diese Worte muss der Priester nun viel Kritik einstecken. Gavin Ashenden, einst Hofprediger der Queen, bezeichnete die Äußerungen gegenüber der "BBC" als "grausam". Das Wohlergehen des Prinzen stehe nicht im Vordergrund, stattdessen werde er als "politischer Spielball" benutzt.  Kritik kommt auch von der Direktorin der konservativen evangelischen Gruppe Reform, Susie Leafe: "Ich war sehr enttäuscht darüber, dass er ein Kind in die Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe eingebracht hat", wird sie von der "BBC" zitiert.

Kelvin Holdsworth zeigte sich überrascht über den Wirbel, den sein alter Kommentar in den letzten Tagen schlug. Seiner Meinung nach liege das vor allem daran, dass der Eintrag von vielen Anti-Schwulen-Aktivisten in der englischen Kirche aufgegriffen wurde. In einer Stellungnahme, die er gestern auf seinem Blog veröffentlichte, entschuldigte er sich für den Bezug auf Prinz George: "Es war nicht meine Absicht, jemandem Kummer zu bereiten, und ich bedauere, dass diese zu der momentanen Fokussierung auf Prinz George  geführt hat."

ikr