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Prinzessin Märtha Louise: Unter Jubel zum Altar

Tausende von Landsleuten säumten in Trondheim den Weg der norwegischen Prinzessin Märtha Louise zum Dom. Dort heiratete sie den bürgerlichen Schriftsteller Ari Behn.

Unter dem Jubel von tausenden Landsleuten ist die norwegische Prinzessin Märtha Louise in Trondheim zum Traualtar gegangen, um dem bürgerlichen Schriftsteller und TV-Filmer Ari Behn ihr Jawort zu geben. Die 30-jährige Prinzessin und der ein Jahr jüngere Autor hatten im Nidarosdom der westnorwegischen Stadt mit Brillanten besetzte Eheringe aus Weißgold bereit, in die auf der Außenseite in großen Buchstaben die Vornamen "Märtha" und "Ari" eingraviert waren.

Die Prinzessin trug ein cremefarbenes Brautkleid, die Kirche war mit mehr als 700 der in Norwegen bekannten Märtha-Lilien geschmückt. In die Planungen für die Hochzeit hatten Märtha Louise und Ari Behn auch Werbeagenturen eingeschaltet, die für die farbliche Gestaltung in grün und rot sorgten. Das Brautkleid der norwegischen Designerin Wenche Lyche im Renaissancestil erhielt von einheimischen Modedesignern keine sonderlich guten Noten. "Wir haben alle etwas Frecheres und Frischeres erwartet", meinte die Modeschöpferin Martine Svenkerud - die Prinzessin ist dafür bekannt, auch ausgefallenere Kleider- und Hutmodelle nicht zu verachten.

500 offizielle Hochzeitsgäste

Neun Monate nach der "Traumhochzeit" ihres Bruders Kronprinz Haakon mit Prinzessin Mette-Marit in Oslo erschien Märtha Louise in einem cremefarbenen Brautkleid mit langen Ärmeln, einem drei Meter langen Schleier und Jäckchen zur Trauung. Norwegens König Harald V. begleitete die Prinzessin zunächst in einer offenen Kutsche zum Dom, ehe Vater und Tochter gemeinsam an 1800 Teilnehmern der Trauung vorbei zum Altar gingen.

Zu den 500 offiziellen Hochzeitsgästen gehörten vor allem jüngere Angehörige der europäischen Königshäuser. Als einziges gekröntes Haupt kam die dänische Königin Margrethe II. zur Hochzeit in die drittgrößte Stadt Norwegens. Das Interesse an der Hochzeit wurde von Hofbeobachtern als enorm, aber deutlich geringer gegenüber der Trauung von Haakon und Mette- Marit in Oslo im vergangenen August eingestuft.

Abschied von der "Königlichen Hoheit"

Die Millionen-Kosten für die Hochzeit waren in norwegischen Medien zum Teil massiv kritisiert worden, weil Märtha Louise sich mit der Heirat weitgehend von ihrer bisherigen Rolle im Königshaus verabschiedet. Die ausgebildete Physiotherapeutin und Spitzen-Springreiterin hat auf ihren offiziellen Titel "Königliche Hoheit" ebenso verzichtet wie auf ihre nicht gerade spärliche Apanage. Sie will künftig privat Geld als "Kulturvermittlerin" verdienen. Ari Behn, der als Autor eines recht freizügigen Buches als eine leicht skandalbehaftete Wahl der Prinzessin gilt, behält auch als Ehemann seinen bürgerlichen Namen und soll den Hof bei offiziellen Anlässen nicht vertreten.

Aris wildes Vorleben

Norwegens Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik sagte kurz vor der Trauung im Fernsehen: "Diese Hochzeit wird den Gegnern der Monarchie das Leben noch schwerer machen." Prinzessin Mette-Marit verzichtete für die Trauung erstmals ganz auf die Krücken, auf die sie seit einem Skiunfall zu Ostern angewiesen war. Mette-Marit galt vor ihrer Verehelichung mit Haakon wegen einer betont wilden Jugend als ebenso umstritten wie Ari Behn, der sich unter anderem beim gemeinsamen Kokainkonsum mit Prostituierten in Las Vegas filmen ließ. Umfragen in der Hochzeitswoche ergaben, dass knapp die Hälfte der Norweger die Ehepartner von Kronprinz Haakon und Prinzessin Märtha Louise für jeweils eine "schlechte Wahl" halten.

Erfolgreiche Flitter-Flucht

Bei der Flucht in die Flitterwochen hatten Märtha Lousie und ihre Eehemann mehr Glück als ihr Bruder im Vorjahr. Sie hielten Abreise und Ziel erfolgreich geheim. Die Tochter von König Harald V. und ihr Mann hatten den Hochzeitsball in Trondheim, Norwegens drittgrößter Stadt, in der Nacht zum Samstag um 2.05 Uhr verlassen und sich zu einem Landgut fahren lassen, wo sie angeblich die Hochzeitsnacht verbringen wollten. Nach knapp einer Stunde wurde das in Alltagskleidung geschlüpfte Paar dann von einer Polizeieskorte in rasender Fahrt zum Flugplatz Værnes gebracht, wo ein bereit gestelltes Flugzeug der norwegischen Luftwaffe um 4.10 Uhr mit unbekanntem Ziel abhob. Nach Angaben des Boulevardblattes 'VG' landete die Maschine am frühen Morgen in Brüssel, wo sich die Spur des Paares verlor.

Nach dem Abschied vom Brautpaar feierten die meisten der royalen und anderen Gäste bis in den frühen Morgen weiter. Spaniens Kronprinz Felipe und die schwedische Kronprinzessin Victoria gehörten ebenso dazu wie der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau, Prinzessin Maxima. Das britische Königshaus ließ sich durch Prinz Edward vertreten, der mit seiner Ehefrau Sophie Rhys- Jones gekommen war.