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Prominentenschau: Pamela Anderson war Wiener "Ballkönigin"

Auf dem berühmten Wiener Opernball ließ sich Pamela Andersons Begleitung, Kid Rock, nicht nehmen, für Wirbel und Aufsehen zu sorgen. Vor dem Gebäude wurde gegen den Krieg demonstriert.

Für die inoffizielle Ballkönigin Pamela Anderson bereitete der 47. Wiener Opernball eher Stress als Vergnügen: Das große Gerangel sei für sie kaum auszuhalten, sagte die Amerikanerin am Donnerstagabend der österreichischen Nachrichtenagentur APA. In der Loge ihres Gastgebers Richard Lugner versuchte sie zugleich ihren Freund, den Rocksänger Kid Rock, zu bändigen, damit der nicht das berüchtigte F-Wort in die Mikrofone sagte. Unterdessen protestierten etwa 700 Demonstranten vor der Staatsoper unter anderem gegen den drohenden Irak-Krieg. Es kam zu einigen Zwischenfällen in der Nacht.

Auch beim Defilee der Gäste ab 21.30 Uhr gab es eine Protestdemonstration. Um ein Pamela-Anderson-Double entrollte eine Gruppe ein Transparent mit der Aufschrift "No war for oil". Die Tierrechtsorganisation PETA, deren Chef Dan Mathews von Anderson als ihr Begleiter eingeladen worden war, hielt ihr Versprechen und demonstrierte nicht gegen Pelze. Mathews machte seine Ankündigung wahr, auch mit einem Mann über das Parkett zu schweben. Er sagte, "Ich weiß zwar seinen Namen nicht, aber er war sehr, sehr süß".

Die Eröffnung des Opernballs war von einem "Skandälchen" überschattet. Melanie-Antoinette de Massy de Monaco, eine Großnichte von Fürst Rainier, fand keinen Platz in der ersten Reihe und verzichtete auf den Ball. Tausende Paare tanzten in dem mit 45.000 gelben Rosen geschmückten Saal zu Walzerklängen. Der Höhepunkt der Eröffnung war die "Tritsch Tratsch Polka", die von Kindern des Chores der Opernschule der Wiener Staatsoper gesungen wurde. Die Eleven und Elevinnen der Ballettschule tanzten dazu unter der Choreografie von Renato Zanella. Danach glänzte der offizielle Stargast des Abends, der Tenor, Komponist und Dirigent Jose Cura, mit der "Cancion a la Bandera" aus Aurora von Hector Panizza.

Pam stahl Uschi Glas die Show

Zu den prominenten Gästen gehörten DJ Ötzi, Christoph Daum und seine Lebensgefährtin Angelika Camm, Schlagerstar Jürgen Drews und Frau Ramona. Drews verlief sich danach im Saal und fragte Ballbesucher: "Können Sie mir sagen, wo ich hin muss?" Der Pulk der Fotografen hatte gerade Uschi Glas ins Visier genommen, da erschien "Baywatch"-Star Pamela Anderson auf der Bildfläche und stahl ihr die Show.

Die amerikanische Schauspielerin hatte am frühen Abend noch ein rotes Kleid, angeblich ein Filmkostüm, getragen, entschied sich aber in letzter Minute für ein grau-schwarzes mit schwarzen Handschuhen bis zu den Oberarmen. Kid Rock erschien im Frack und Zylinder, unter dem er seine Spaghetti-Haare mit einer Klemme gebändigt hatte. Der Rockmusiker mit dem Rüpel-Image, der mit der Ehefrau von Bauunternehmer Lugner am Arm ging, rastete gleich am Eingang wegen des Gedränges aus. Er schlug kurz um sich, seine Hand traf einen Türsteher auf den Kopf.

Pamela Anderson war das Gerangel zu viel: "Es ist hier wirklich sehr schön", zitierte APA die 35-Jährige. "Aber kaum gehe ich hinaus, wird von allen Seiten an mir gezerrt, ich halte das nicht aus. Ich bin wirklich in Panik." In der Loge bremste sie lachend ihren Freund Kid Rock, der ihr Hals und Schulter abküsste und zwischendurch nicht ganz stilecht aus der Bierflasche trank. Um 01.30 Uhr rauschte die inoffizielle Ballkönigin samt ziemlich berauschtem Verlobten schließlich ab.

Brennender Papppanzer vor der Staatsoper

Draußen kam es derweil zu Zwischenfällen bei der Demonstration, an der bis zu 1.000 Leute teilnahmen und bei der 1.400 Polizisten im Einsatz waren. Einige Protestierende randalierten und legten Feuer. 60 Personen wurden nach Sachbeschädigungen vorläufig festgenommen, wie die Polizei berichtete. Geworfen wurden Bierdosen, Betonbrocken, Knallkörper, Gläser, Eier sowie Farbbeutel. Zwei Demonstranten wurden dabei verletzt. Großes Aufsehen erregte ein in Brand gesteckter, zwei mal 1,20 Meter großer Panzer aus Pappe.

In der Nacht blieben etwa 70 Demonstranten übrig. Aus diesen Gruppen wurden Autos und Wartehäuschen beschädigt und Gestrüpp angezündet. Einer, der den Spruch "Dying for the goverment?" mit Kreide auf die Straße gemalt hatte, wurde von einem Polizisten in Sachen Rechtschreibung belehrt. Eine Demonstrantin erklärte, der Protest richte sich auch gegen die "Zurschaustellung der westlichen Opulenz" bei dem Ball.