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Prostitutionsdebatte: Promis protestieren gegen Amnesty

Amnesty International will Prostitution entkriminalisieren, um Sexarbeiterinnen Diskriminierung zu ersparen. Prominente wie Kate Winslet kritisieren diese Strategie nun in einem Protestschreiben.

Die Schauspielerinnen Meryl Streep, Kate Winslet und Emma Thompson (v.l.) haben einen Protestbrief an Amnesty International gegen die Entkriminalisierung von Prostitution unterschrieben.

Die Schauspielerinnen Meryl Streep, Kate Winslet und Emma Thompson (v.l.) haben einen Protestbrief an Amnesty International gegen die Entkriminalisierung von Prostitution unterschrieben.

Die Oscar-Preisträgerinnen Meryl Streep, Kate Winslet und Emma Thompson haben einen Protestbrief an Amnesty International gegen die Entkriminalisierung von Prostitution unterschrieben. Damit unterstützen sie eine Online-Petition, die bereits von mehr als 3300 Menschen unterzeichnet wurde. In dem Schreiben wird die Menschenrechtsorganisation ausdrücklich davor gewarnt, ein neues Strategiepapier aufzunehmen.

In dem internen Strategieentwurf der Organisation mit Sitz in London, der kürzlich an die Öffentlichkeit gelangt war, heißt es: "Amnesty International ist gegen die Kriminalisierung oder Bestrafung von Tätigkeiten in Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von einvernehmlichem Sex zwischen Erwachsenen." Die Initiatoren der Online-Petition sehen in dem Strategiepapier allerdings eine mögliche Unterstützung der Ausbeutung von Frauen.

Die Verfasser des Briefes äußerten "tiefe Besorgnis" über den Entwurf, der bei einem Treffen der Organisation im August diskutiert werden soll. Amnestys Ruf würde irreparabel befleckt, heißt es in dem Brief, "wenn es eine Politik annehmen sollte, die Partei ergreift für Käufer von Sex, Zuhälter und andere Ausbeuter, anstatt für die Ausgebeuteten". Zu den Unterzeichnern gehört neben Aktivisten, Politikern und Prominenten aus verschiedenen Ländern auch die deutsche Zeitschrift "Emma".

Im Netz wird die Online-Petition gegen Amnestys neuen Strategieplan heftig diskutiert. Unter dem Hashtag #sexwork melden sich nicht nur Unterstützer der Petition zu Wort - einige kritische Stimmen werfen den prominenten Unterzeichnerinnen vor, nicht besser über das Thema Sexarbeit informiert zu sein als die Menschenrechtsorganisation und sich daher besser nicht in die Debatte einzuschalten.


las/DPA