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Prozess verloren: Heino muss auf 3,5 Millionen verzichten

Im Streit um seine wegen Krankheit abgesagte Konzerttournee hat Schlagersänger Heino wieder eine Niederlage erlitten. Das Kölner Oberlandesgericht wies eine Berufung des 71-Jährigen und seines Konzertveranstalters Kult Musik zurück.

Der beklagte Versicherer muss keine Kosten für den Tour- Ausfall 2007 übernehmen. Heino habe die Gothaer Versicherung bei Vertrags-Abschluss über seinen Gesundheitszustand getäuscht. Er habe verschwiegen, dass er jahrelang an Tinnitus leide und regelmäßig Medikamente einnehme. Daher habe er keinen Anspruch auf die geforderten 3,5 Millionen Euro. Das OLG sprach in dem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (Az 9 U 2/10) von "arglistigem" Handeln.

Die Richter bestätigten ein Urteil des Kölner Landgerichts von Ende 2009 und ließen keine weiteren Rechtsmittel zu.

Heino ("Schwarzbraun ist die Haselnuss") und Kult Musik hatten in dem Kölner Prozess angegeben, die Beschwerden seien erst nach Vertrags-Abschluss aufgetreten. Anfang 2010 hatte der Anwalt des Musikers noch angekündigt, er werde auch Heinos Hausärztin verklagen. Das Landgerichtsurteil vom November 2009 beruhe einzig auf deren falschen Angaben. Heino wolle nicht den Vorwurf auf sich sitzen lassen, er sei ein Lügner.

Der Sänger hatte 2007 rund 40 Konzerte geplant, diese aber nach Schwindelanfällen während eines Auftritts in New Jersey und später festgestellten Herz-Kreislauf-Problemen abgesagt. Im Mai 2009 hatte Heino vor Gericht gesagt: "Ich war noch nie im Leben krank". Die Vorsitzende Richterin sprach dagegen 120 Arztbesuche innerhalb von zwei Jahren und Rezepte für 600 Schlaftabletten an - und verurteilte Heino und den Veranstalter.

DPA / DPA
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