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Scarlett Johansson: Ein unmoralisches Angebot

Die einen tingeln mit dem Klingelbeutel von Tür zu Tür, andere machen sich nackig. Wenn es ums Spendensammeln geht, scheuen die Promis weder Kosten noch Mühen. Eine topt sie jedoch alle: Scarlett Johansson versteigert sich für den guten Zweck im Internet.

Die Haare sind zu einem strengen Knoten gebunden, der beige Pullover hoch geschlossen, der schwarze Rock bedeckt die Knie. Unsicher knetet Scarlett Johansson ihre Hände. Wie sie da sitzt, im plüschigen Ohrensessel mit Großmutters Lampe zu ihrer Rechten, man könnte meinen, gleich holt sie ihre Brille heraus und liest aus dem dicken Märchenbuch vor. Unsicher rutscht sie auf dem Polster hin und her, blickt verschämt zu Boden und dann - Peng! - folgt dieses unmoralische Angebot: Scarlett Johansson versteigert sich selbst.

Was klingt wie ein schlechter Scherz, ist Johansson bierernst. In einem Videoclip lockt die Blondine mit zwei Eintrittskarten für die Premiere ihres neuen Films "He's Just Not That Into You" im Juli in Los Angeles oder New York, persönliches Treffen inklusive. Noch bis zum 12. März kann Hinz und Kunz beim Internetaktionshaus Ebay um die Schauspielerin buhlen. Nun ist ein sogenanntes "Meet and Greet" keine ungewöhnliche Veranstaltung, im Internet hat sich allerdings noch kein Prominenter angepriesen. Johansson im Grabbel-Regal, zwischen gebrauchten Skihosen und abgenutzen Sofakissen. Die Methode mag simpel sein, das Werben um Scarlett ist es nicht. Binnen weniger Tage schossen die Gebote von anfangs 200 Dollar auf 12.000 Dollar. Die Grenze ist nach oben hin offen. Bieten kann jeder, der mindestens 21 Jahre alt ist und das nötige Kleingeld besitzt.

Was klingt wie eine unseriöse Offerte, ist in Warheit Spendensammeln für einen guten Zweck. Johansson steckt das Geld nicht in die eigene Tasche, sondern lässt alle Einnahmen der Wohltätigkeitsorganisation "Oxfam" zugutekommen, die gegen die weltweite Armut kämpft. Johansson engagiert sich seit seit 2005 für "Oxfam". Im vergangenen Jahr reiste sie nach Indien und Sri Lanka, um Überlebende des Tsunamis zu unterstützen und eine Mädchenschule zu besuchen. Dort soll auch das Geld aus der Ebay-Aktion eingesetzt werden, wie Lyndsay Cruz von "Oxfam" America auf Anfrage von stern.de bestätigt. Für den guten Zwecks lässt sich also selbst Hollywoods heißeste Blondine wie ein ausgelatschtes Paar Schuhe versteigern. Die "Promi-Versteigerung" floriert: Demnächst bieten sich die Schauspielerinnen Kirsten Davis und Helen Mirren, ebenfalls "Oxfam"-Botschafterinnen, für den guten Zweck feil, verrät Cruz.

jum
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