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Shia LaBeouf Keine Lust mehr auf großes Kino


Hollywoods "Bad Boy" Shia LaBeouf kritisiert seine Arbeitgeber und sagt, dass er ab sofort nur noch kleine Independent-Filme drehen will. Nach seinem Rundumschlag hat er auch keine andere Wahl.
Von Frank Siering, Los Angeles

US-Schauspieler Shia LaBeouf will keine großen Budget-Filme mehr drehen. "Ich bin mit dem Thema durch", sagte der "Transformers"-Star jetzt in einem Interview mit dem "Hollywood Reporter". Der 26-Jährige will sich demnach nur noch auf kleine Independent-Filme konzentrieren. So spielt er demnächst in dem Lars-von-Trier-Streifen "Nymphomaniac" eine der Hauptrollen.

LaBeouf kritisiert in dem Interview seine Arbeitgeber in Hollywood und stellt fest, dass "es keinen Platz mehr gibt für große Visionen im derzeitigen Studiosystem". Der ob seiner Angriffe gegen Paparazzi dieser Tage oft als Hollywoods neuer "Bad Boy" bezeichnete Schauspieler scheint es mit seiner Ankündigung tatsächlich ernst zu meinen. Beschreibt er die Finanziers der Hollywood-Studios in dem Interview doch als Menschen, die "dir Geld geben, anschließend in ein Flugzeug steigen, um dir dann auf dem Set für fünf Monate den Finger in den Arsch zu stecken". ­Nicht gerade die Grundlage für ein nettes Bewerbungsgespräch in Hollywood.

Posterboy für Blockbuster-Kino

Dabei war ausgerechnet LaBeouf lange Zeit der Posterjunge für große Blockbuster in der Entertainment-Branche. Streifen wie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", "Wall Street" oder auch das "Transformers"-Franchise hatten den Nachwuchskünstler zum Superstar gemacht. "Diese Filme haben es mir ermöglicht, relativ früh finanziell unabhängig sein zu können", so LaBeouf heute.

In der jüngsten Vergangenheit war der Schauspieler immer häufiger durch seine offene Kritik an Auftraggebern, Regisseuren und Studios in die Schlagzeilen geraten. So hatte er es sogar gewagt, Hollywood-König Steven Spielberg und dessen letzten Indiana-Jones-Film zu kritisieren.

Auch mit dem Gesamtprodukt von "Transformers: Revenge of the Fallen" war LaBeouf nicht zufrieden: "Als ich den zweiten Film gesehen habe, war ich nicht unbedingt beeindruckt von dem, was wir da gemacht hatten", so der kritikfreudige Superstar.

Jetzt will er also nur noch "kleine, aber feine Filme" drehen. Wohl auch, weil er ­- so sagte er zu stern.de ­- "so viel Kohle verdient hat", dass er "nie wieder wirklich zur Arbeit gehen müsste".

Auf die Frage, warum er ausgerechnet jetzt die Rolle in "Nymphomaniac" angenomme habe, sagte LaBeouf zum "Hollywood Reporter", dass er Lars von Trier "für gefährlich halte". Der mache ihm Angst. "Und ich will nur noch dann zur Arbeit gehen, wenn ich Angst habe", so LaBeouf.

Frank Siering, Los Angeles

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