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Spanisches Königshaus: Schwiegersohn von Juan Carlos ist angeklagt

Sein Schwiegersohn wird für Spaniens König Juan Carlos zum ernsthaften Problem: In der Affäre um die angebliche Veruntreuung öffentlicher Gelder ist Inaki Urdangarin jetzt wegen Betrugs angeklagt. Einmalig in der Geschichte des spanischen Königshauses.

Ein spanisches Gericht hat in einem bislang einmaligen Vorgang am Donnerstag Anklage wegen Betrugs gegen den Schwiegersohn des spanischen Königs erhoben. Inaki Urdangarin, Herzog von Palma, muss sich nun vor einem Gericht in Palma de Mallorca gegen Vorwürfe verteidigen, öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Der ehemalige Handball-Olympiaspieler ist mit Cristina, der jüngeren Tochter von König Juan Carlos, verheiratet. In ihrem Bemühen um Transparenz hat die königliche Familie in dieser Woche bereits erstmalig ihr Jahreseinkommen von 814.128 Euro für persönliche Ausgaben offengelegt.

Das Gericht machte zwar keine genauen Angaben zu der Anklage, übermittelte Urdangarin in dem Fall jedoch eine Vorladung. Sein gemeinnütziges Noos Institut soll unter seiner Führung öffentliche Gelder für die Organisation von Konferenzen in private Firmen von ihm selbst oder von Geschäftspartnern umgeleitet haben. Urdangarin streitet die Vorwürfe ab. Er hat sich jedoch öffentlich dafür entschuldigt, die königliche Familie in Verlegenheit gebracht zu haben.

König Juan Carlos ging in den vergangenen Wochen deutlich auf Distanz zu Urdangarin und respektiert das Vorgehen der Justiz gegen den 43-Jährigen. Am 12. Dezember bezeichnete der Monarch das Verhalten seines Schwiegersohns als "nicht vorbildlich". Er beschloss, Urdangarín und Cristina von allen offiziellen Auftritten der Königsfamilie auszuschließen. In seiner Weihnachtsansprache erklärte Juan Carlos, dass "jedes Fehlverhalten von Personen, die öffentliche Verantwortung tragen, gerichtlich verfolgt und bestraft werden" müsse.

ben/Reuters / Reuters