Es ist wohl bis heute eines der bekanntesten Lieder von Stefan Raab: Der Song „Maschen-Draht-Zaun“ stand 1999 sechs Wochen lang auf Platz eins der Charts. Geschrieben hat er es, nachdem ihm ein Auftritt in der Reality-Show „Richterin Barbara Salesch“ aufgefallen war. Die Sächsin Regina Zindler ging darin vor Gericht gegen ihren Nachbarn vor, weil sie verhindern wollte, dass dieser einen Knallerbsenbusch nah an ihrem Maschendrahtzaun pflanzte.
Das Wort „Maschendrahtzaun“, ausgesprochen von Zindler im breiten sächsischen Dialekt, wurde durch Raabs Witzeleien zum Kult. Nun ist Zindler gestorben.
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, starb sie bereits am 5. Mai und wurde vergangene Woche in Zwickau beerdigt. Zindlers Ehemann sagte der Zeitung, dass seine Frau an Krebs erkrankt war.
Regina Zindler wurde belagert, musste umziehen
Nach dem Trubel um ihren Song – Fans belagerten zeitweise ihr Haus, stahlen Teile des Zauns – zog sie sich jedoch bald mit ihrem Mann zurück. Die beiden lebten zeitweise in Berlin, bevor sie Jahre später nach Sachsen zurückkehrten. Zuvor hatte sie es kurzzeitig selbst mit einer Musikkarriere versucht: Im Jahr 2000 stellte sie die CD „Frieden am Zaun“ vor. Mit ihrem Nachbarn aus der Sendung hatte sie sich da längst wieder versöhnt. Bei der ersten Live-Aufführung ihres Songs in Dresden kündigte die damals 52-Jährige bereits das Ende ihrer Aktivitäten im Showbusiness an. „Das Lied soll den Streit beenden. Nun ist Friede am Zaun“, sagte sie damals.
Heute sind im Reality-TV längst keine echten Gerichtsfälle mehr zu sehen. Gegen Stefan Raab hegte Zindler übrigens keinen Groll. „Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab damals mein Einverständnis gegeben“, sagte sie 2014 der „Bild“. Das Lied verkaufte sich rund eine Million Mal.
„Maschen-Draht-Zaun“ ist bis heute der einzige Nummer-1-Hit von Stefan Raab.