„Lindenstraße“-Star
Schauspieler Georg Uecker erhält Verdienstorden

Georg Uecker
Hendrik Wüst, CDU, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (links), zeichnete Georg Uecker mit dem Verdienstorden aus
© Malte Ossowski/SVEN SIMON / Imago Images

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Der „Lindenstraße“-Star Georg Uecker kämpfte gegen tödliche Krankheiten und engagiert sich seit Jahren gegen Homophobie. Nun zeichnete ihn NRW mit dem Verdienstorden aus.

Georg Uecker selbst bezeichnet sich als „zähes Luder“, nicht zuletzt, weil er seit dem Jahr 1993 mit der Krankheit HIV lebt. Doch das Schicksal stellte ihn auch ein weiteres Mal auf die Probe. Kurze Zeit später erkrankte er an Morbus Hodgkin, einem bösartigen Tumor im Lymphsystem, und das alles, nachdem sein Partner gestorben war. In einem Interview mit dem stern sagte Uecker 2018: „Ich habe innerhalb weniger Wochen alles verloren. Vier Wochen nachdem mein Freund gestorben war, lag ich im Krankenhaus mit der Diagnose Lymphdrüsenkrebs und HIV. Alles auf einmal. Ich bin durch die Hölle gegangen.“

Damals hatte er mit dem Leben schon abgeschlossen: „Ich dachte, jetzt sterbe ich. Ich hatte die härteste Chemo-Variante, die es gab – die Ärzte wollten den Krebs in den Griff kriegen, bevor Aids ausbrechen könnte. In meinem Körper herrschte Atomkrieg.“ 

Jetzt bekam er am Dienstag, dem 2. Juni 2026, 33 Jahre nach seiner ersten Diagnose, den Verdienstorden von Hendrik Wüst, CDU, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, verliehen. 

Georg Uecker rechnete nicht mit dem Verdienstorden

Dass Uecker damit ausgezeichnet wurde, empfand er als erfreuliche Überraschung: „Ich fühle mich sehr geehrt, aber habe absolut nicht damit gerechnet. Ich wollte ja für mein Engagement nie einen Orden, sondern gesellschaftliche Veränderung. Und die haben wir erreicht. Man muss aber auch das, was wir erreicht haben, verteidigen. Und dafür ist so eine Auszeichnung natürlich prima!“ Geehrt wurde der Schauspieler für seinen langjährigen Einsatz für die queere Community. Dazu zählt auch der bekannte Kuss mit seinem Kollegen Martin Armknecht in der „Lindenstraße“, der als erster gleichgeschlechtlicher Kuss im deutschen Vorabendprogramm Fernsehgeschichte schrieb.

Über drei Jahrzehnte spielte der heute 63-Jährige in der Kultserie Dr. Carsten Flöter, er gehörte zu den Lieblingen der „Lindenstraße“, die 2020 endete. Seitdem sah man ihn kaum noch in der Öffentlichkeit, auch wegen der Gesundheit. Obwohl er heutzutage sagt, dass es ihm „sehr gut“ gehe.

Die Auszeichnung ist eine große Ehre, nicht nur für ihn, auch für 14 weitere Ausgezeichnete wie „Lindenstraße“-Schöpfer Hans W. Geißendörfer und Schauspieler Ralph Morgenstern. 

PRODUKTE & TIPPS