Mit „Maschendrahtzaun“ berühmt geworden
„TV total"-Kultfigur Regina Zindler ist tot

Ein Nachbarschaftsstreit am Maschendrahtzaun machte Regina Zindler zum Phänomen.
Ein Nachbarschaftsstreit am Maschendrahtzaun machte Regina Zindler zum Phänomen.
© Uwe Meinhold/ddp

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Mit einem Wort schrieb Regina Zindler TV-Geschichte: Aus ihrem „Maschendrahtzaun“ machte Stefan Raab einen Kult-Hit. Nun ist sie gestorben.

Regina Zindler ist tot. Die Sächsin, die 1999 mit einem einzigen Wort zur Kultfigur des deutschen Fernsehens wurde, starb bereits am 5. Mai in ihrer Heimatstadt Zwickau. Sie wurde 78 Jahre alt. Wie die "Bild" berichtet, erlag Zindler einer schweren Krebserkrankung. Aus ihrem Ausspruch "Maschendrahtzaun" hatte Stefan Raab (59) 1999 einen großen Hit gemacht.

Berühmt mit einem einzigen Wort

Begonnen hatte Zindlers ungewöhnliche Karriere vor einem Fernsehgericht. 1999 trat sie gemeinsam mit ihrem Nachbarn Gerd Trommer aus dem sächsischen Auerbach in der Sat.1-Show "Richterin Barbara Salesch" auf. Der Streitpunkt: ein Knallerbsenstrauch, der nach Zindlers Ansicht zu dicht an ihrem Maschendrahtzaun wuchs. Die Klage wurde abgewiesen.

Doch nicht der Fall selbst sorgte für Aufsehen, sondern die Art, wie Zindler im breiten sächsischen Dialekt das Wort "Maschendrahtzaun" aussprach. Raab griff die Szene in seiner Sendung "TV total" auf und schnitt Zindlers markantes "Maschendrahtzaun" in einen eigens produzierten Song. Der Erfolg war enorm: Das Lied stieg Ende November 1999 auf Platz eins der deutschen Charts ein und behauptete die Spitze mehrere Wochen in Folge.

Rund eine Million Mal verkaufte sich der Titel, in Deutschland gab es dreimal Gold, in Österreich Platin. Für Raab blieb es der einzige Nummer-eins-Hit als Interpret. Zindler selbst erhielt einen freiwilligen Anteil von zehn Pfennig pro verkaufter CD.

Ruhm wurde zur Belastung

Der plötzliche Rummel hatte für Zindler auch eine dunkle Seite. Schaulustige belagerten ihr Grundstück, stahlen Stücke ihres Zauns und beschädigten ihr Eigentum. Dem Druck hielt sie nicht stand: Mit ihrem Mann zog sie zwischenzeitlich nach Berlin, ehe das Paar später nach Sachsen zurückkehrte. Dort lebte Zindler bis zuletzt zurückgezogen. Mit Raab hatte sie inzwischen Frieden geschlossen. "Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab damals mein Einverständnis gegeben", erklärte sie der "Bild" 2014.

Ihre Urne wurde dem Bericht zufolge am vergangenen Freitag in einem anonymen Gemeinschaftsgrab auf dem Zwickauer Hauptfriedhof beigesetzt. So habe es Zindler selbst gewünscht. Ihr Ehemann pflegte sie bis zuletzt zu Hause.

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