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Sylvie van der Vaarts beste Verteidigerin: Mama mit der Blutgrätsche

Erst das Foul von Sabia Boulahrouz, nun der Konter von Sylvie van der Vaart. Die wechselt mitten im Spiel Mutter Rita Meis als Verteidigerin ein. Ein Volltreffer. Mama vor, noch ein Tor.

Von Jens Maier

Es geht zu wie bei einem Lokalderby zweier verfeindeter Fußballmannschaften. Schauplatz sind Hamburgs Stadtteile Eppendorf und Alsterdorf. In der vergangenen Woche ein böses Foul von Team "Rafa". Stürmerin Sabia Boulahrouz berichtet von angeblichen Affären ihrer ehemaligen Busenfreundin aus der gegnerischen Mannschaft, Sylvie van der Vaart. Diese habe Ehemann und Kapitän Rafael van der Vaart gleich mit mehreren Auswechselspielern betrogen. Piloten und Tanzlehrer sollen bei ihren Auswärtsspielen eingesprungen sein. Die so beschuldigte zeigt ihrer Ex-Busenfreundin daraufhin die Rote Karte. Zum Strafstoß stülpt sie ein Trikot mit der Kampfansage "Bitch" über. Verwandeln darf ihr neuer Innenverteidiger: Mama Meis.

"Ich muss gegen das Unrecht kämpfen, das ihr nun schon seit neun Monaten widerfährt", sagte Rita Meis dem niederländischen Magazin "Privé". Unter dem Titel "Moeder Meis vertelt nu alles!" (Mutter Meis erzählt nun alles), macht sich Sylvies Mutter warm zum Elfmeterschießen. Erstmals mischt sie sich in das Match zwischen ihrer Tochter und Noch-Ehemann Rafael ein. Ihre Spieltaktik würde jeden holländischen Trainerfuchs erfreuen. Erst den Gegner in Sicherheit wiegen, dann umso härter zum Gegenschlag ausholen.

Mama zielt - und trifft

Schuss eins. "Sylvie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ihre Spontaneität ist komplett verschwunden. Ihre Augen strahlen großes Leid aus und während ich mit ihr telefoniere, weint sie häufig. Nicht aus Selbstmitleid, sondern weil sie nicht versteht, wieso das alles mit ihr passiert", klagt Mama Meis. Ein klassisches Manöver, um gegnerische Fans zu verunsichern und Mitleid zu erzeugen. Tenor: die arme Sylvie, was die alles mitmachen muss. Tor.

Schuss zwei beginnt mit einem Ablenkungsmanöver. Mama Meis verrät, dass das berühmt-berüchtigte Silvesterfoto von 2012, das Sylvie, Rafael und Sabia gemeinsam zeigt, bereits an Weihnachten entstanden sei. "Ich muss das wissen, ich habe das Foto selber gemacht", sagt sie. Dann der Anlauf. "Ich muss zugeben, dass mein Ex-Schwiegersohn und die Frau (damit meint sie Sabia Boulahrouz, Anm. d. Red.) nicht ausstrahlen, nur miteinander befreundet zu sein." Damit deutet sie an, dass van der Vaart und Boulahrouz bereits damals ein Paar waren, obwohl beide dies bestreiten. Noch ehe der gegnerische Torwart den Schuss sieht, ist der Ball versenkt.

3:0 für Team Sylvie

Schuss drei. "Ich bin - genau wie Sylvie übrigens - überzeugt, dass es alles nicht seine Absicht war und vor allem emotional begründet ist", sagt Rita Meis über die angeblichen Handgreiflichkeiten von Rafael van der Vaart gegen ihre Tochter in der Silvesternacht 2012. Ein taktisches Meisterstück. Meis nimmt den Gegner in Schutz, bestätigt aber indirekt, dass es die Schläge wirklich gegeben hat. Perfekt verwandelt.

Nachdem Sylvie van der Vaart in den vergangenen Wochen etliche Treffer einstecken musste, steht es an diesem Spieltag 3:0 für sie. Zu verdanken hat sie das nur ihrer Mutter. Sie ist der Verteidiger, der bislang im Team Sylvie gefehlt hat. Elegante Spieleröffnung, dann beinhart mit dem nötigen Offensivdrang. Ein echter Jürgen Kohler. Rafael van der Vaart, der als Kapitän längst von Außenstürmerin Sabia Boulahrouz überholt wurde, sollte dringend seine Abwehrkette neu sortieren. Sonst hilft nur noch: Blutgrätsche gegen Mama Meis.