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THOMAS GOTTSCHALK: »Ich habe abgeräumt, was abzuräumen war«

Thomas Gottschalk hat nach eigener Einschätzung in seiner Karriere alle Ziele erreicht. An einen Abschied denkt er aber noch lange nicht: »Solange ich noch zaubere, ist alles okay.«

Thomas Gottschalk hat nach eigener Einschätzung in seiner Karriere alle Ziele erreicht. Im PLAYBOY sagt Deutschlands erfolgreichster TV-Star auf die Frage nach seinen weiteren Plänen: »Beruflich habe ich überhaupt keine Vision mehr, weil ich abgeräumt habe, was abzuräumen war«. Allerdings denkt der Wetten, dass - Moderator noch längst nicht an seinen Abschied vom Bildschirm: »Solange ich noch zaubere, ist alles okay.«

Angst vor der beruflichen Verarmung

Im PLAYBOY-Interview gibt sich Thomas Gottschalk ganz offen: Der Sonnyboy des deutschen Fernsehens wird eifersüchtig, wenn seine Frau mit Sean Connery Händchen hält. Er singt lieber die amerikanische Nationalhymne als die deutsche und verteidigt Helmut Kohl trotz Spendenskandal. Gottschalk bewundert den Fleiß von Günther Jauch und hat selbst immer noch ein bisschen Angst, irgendwann zu verarmen.

Ein Depp als Garant für den Lacherfolg ist ein Armutszeugnis

Schlechte Noten gibt?s von Gottschalk für den Nachwuchs im deutschen Fernsehen: »Es erstaunt mich immer wieder, wenn ich sehe, wie sich vor allem in Talkshows oder im Frühstücksfernsehen Menschen um Kopf und Kragen moderieren, die früher mit dieser sprachlichen Begabung nicht mal Klassensprecher geworden wären«. Auch Kollege Stefan Raab kommt bei Gottschalk nicht besonders gut weg: »Neuerdings wird Lachen oft darüber erzeugt, dass andere zum Deppen gemacht werden«.

Wer Millionäre macht , hat sich aus den »Tagesthemen« rausmoderiert

Lob von Gottschalk erhalten dagegen Harald Schmidt (»...hat die Bühne als Solist im Griff«) und Günther Jauch (»...ist viel fleißiger und präziser als ich«). Allerdings glaubt der Entertainer nicht daran, dass es Kollege Jauch noch zur »Informationsgröße« als Moderator der »Tagesthemen« bringen wird: »Aus der Nummer hat er sich rausmoderiert. Wer im Fernsehen Millionäre macht und dabei selbst einer wird, hat sich unabänderlich um die Chance gebracht.«

Kein Problem mit der künstlichen Verjüngung

Seinem zunehmenden Alter begegnet der inzwischen 51-Jährige eher gelassen. Zwar gesteht er zu, dass er im Hinblick auf die TV-relevante Zielgruppe »den Jordan überschritten« habe, das Gefühl »rasend schnell zu vergreisen« hat sich bei ihm jedoch noch nicht eingestellt. Ohnehin will Thomas Gottschalk nicht ausschließen, das er sich später einmal liften lässt: »Noch bin ich relativ glatt, aber entstünde bei mir der Eindruck, ich sähe älter aus, als ich mich fühle, hätte ich damit kein Problem«.

Quelle: PLAYBOY, Oktober-Ausgabe