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Facebook-Post: "Habt ihr den Schuss nicht gehört?" - Til Schweiger pestet gegen Deutsche Filmakademie

Til Schweiger legt sich mit der Deutschen Filmakademie an: Auf Facebook wirft der Schauspieler dem Verein "Kleingeistigkeit" vor und kündigt seinen Austritt an. Der Grund für die Aufregung ist die Nicht-Annahme eines Freundes.

Til Schweiger

Til Schweiger, Facebook-Kommentator

Picture Alliance

Eigentlich hat in diesen Tagen allen Grund, glücklich zu sein. In Venedig beendete der Schauspieler und Regisseur gerade Dreharbeiten zu der Neuauflage seines Films "Honig im Kopf", der unter dem Titel "Head Full Of Honey" bald in die US-amerikanischen Kinos kommen soll. In den Hauptrollen sind die Superstars Nick Nolte und Matt Dillon zu sehen. Doch statt seinen Erfolg zu genießen, regt sich Schweiger über die Deutsche Filmakademie auf.

In der Nacht zu Donnerstag veröffentlichte Schweiger auf eine Mitteilung, in der er gegen den Berliner Verein, der den Filmpreis Lola vergibt, wettert. "Ja, habt Ihr den Schuss nicht gehört?", fragt der 54-Jährige die Verantwortlichen und wirft ihnen "Kleingeistigkeit" vor. Anlass der Aufregung ist die Nicht-Aufnahme des Schauspiel-Kollegen Aleksandar Jovanovic.

Til Schweiger hatte Jovanovic empfohlen

"Heute habt Ihr mir und per Mail mitgeteilt, dass Ihr 'leider' Aleksandar Jovanovic nicht in die Akademie aufnehmen könnt", schreibt Schweiger. Dabei sei dieser einer "der besten Filmschauspieler!" "Er ist großartig! Charismatisch und authentisch, wie nur sehr wenige in diesem Lande! Und obwohl der hochverdiente Fatih Akin und meine Wenigkeit ihn als Paten empfehlen, lehnt Ihr ihn ab!", erklärt Schweiger seine Aufregung und spart nicht mit Ausrufezeichen.

Sehr geehrte deutsche Filmakademie, heute habt Ihr mir und Fatih Akin per Mail mitgeteilt, dass Ihr “leider” Aleksandar...

Gepostet von Til Schweiger am Donnerstag, 19. Juli 2018

Jovanovic ist ein deutscher Schauspieler mit serbischen Wurzeln, der in zahlreichen deutschen TV-Produktionen wie "Tatort" und "Polizeiruf" zu sehen war. 1998 drehte er mit Fatih Akin das Drama "Kurz und schmerzlos" und wurde dafür mit dem "Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichnet. Trotzdem will ihn die Deutsche Filmakademie nicht aufnehmen.

Vorstand entscheidet über Mitgliedschaft

Auf stern-Anfrage begründete die Akademie die Ablehnung von Jovanovic am Freitagnachmittag mit der Satzung. Darin heißt es, dass neue Mitglieder von zwei Paten vorgeschlagen werden können - in diesem Fall Schweiger und Akin. Die Paten müssen eine "fundierte Begründung" abgeben aus der hervorgehe, "warum der/die Filmschaffende einen wesentlichen und gewichtigen Beitrag zum deutschen Kinofilm geleistet hat oder erwarten lässt." Das sah der Vorstand, dessen Präsidentin derzeit Iris Berben ist, offenbar nicht als gegeben an und verweist darauf, dass Jovanovic überwiegend im TV und nicht in Kinoproduktionen zu sehen sei. Dass er 2018 nicht aufgenommen wurde, sei aber keine grundsätzliche Ablehnung. Schweiger habe diese Begründung vorgelegen.

Schweiger kündigt Konsequenzen an

Schweiger kündigte aufgrund des Vorgangs Konsequenzen an. "Heute trete ich feierlich bei euch aus. Und zwar für immer! Man kann euch einfach nicht helfen!", teilte der streitbare Schauspieler mit. "Schmort weiter in Eurem Saft, aber bitte ohne mich!"

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