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Vanessa Hessler Telefónica trennt sich von "Alice"


"Alice" ist Geschichte: Der Telefonanbieter Telefónica trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Model Vanessa Hessler. Ihre Gaddafi-Nostalgie wurde ihr zum Verhängnis.
Von Jens Maier

Die Kündigung ging schneller als ein Trainerwechsel in der Bundesliga: Vanessa Hessler ist wegen naiver Äußerungen über das Terrorregime in Libyen ihren Werbevertrag mit dem Telefonanbieter Telefónica los. Am Freitag hatte das Unternehmen noch auf eine Klarstellung seines Models gehofft. Jetzt wird damit begonnen, ihre Fotos von der Homepage zu löschen.

"Frau Hessler wird mit sofortiger Wirkung nicht mehr als Werbefigur für uns tätig sein", bestätigte ein Sprecher von Telefónica am Montagnachmittag stern.de. "Wir haben ein Statement von Frau Hessler gefordert, in dem sie sich klar von ihren Äußerungen distanziert. Dies ist bis heute nicht geschehen", begründete der Sprecher die Entscheidung. Ihre Aussagen über Libyen vertrügen sich nicht mit den Werten und Vorstellungen von Telefónica.

Telefónica zieht damit die Konsequenzen aus einem Interview Hesslers mit der italienischen Zeitschrift "Diva e Donna". Hessler, die vier Jahre lang mit dem Gaddafi-Sohn Mutassim Gaddafi liiert war, hatte sich darin sehr naiv über das Terrorregime in Libyen geäußert und die Gaddafi-Familie verteidigt. "Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen", sagte die 23-Jährige unter anderem.

Hessler war seit 2005 das Gesicht von "Alice"

Seit 2005 war Vanessa Hessler das Gesicht von "Alice". Vor sechs Jahren wurde die Tochter einer Italienerin und eines Amerikaners durch die Werbekampagne des Hamburger Telefonanbieters Hansenet deutschlandweit bekannt. Auf riesigen Plakatwänden und in Fernsehspots warb sie für die DSL-Produkte der Firma, die im vergangenen Jahr vom spanischen Unternehmen Telefónica aufgekauft wurde. Ursprünglich hätte der Werbevertrag noch bis 2012 laufen sollen, jetzt wurde er vorzeitig aufgelöst.

Und Hessler selbst? Die schweigt. Seit Bekanntwerden des Skandals hat sie sich nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Seit Freitag habe man in Kontakt mit dem Management des Models gestanden, heißt es bei Telefónica. Ob es den Versuch einer Klarstellung ihrerseits gab, diese aber nicht deutlich genug war, dazu wollte sich der Sprecher ebenso wenig äußern wie zu näheren Details der Vertragsauflösung.

Manager verteidigt Hessler

Mario Gori, der Manager von Hesslers Modelagentur, zeigt wenig Verständnis für die Entscheidung von Telefónica. Hesslers Äußerungen beträfen in keiner Weise ihre Arbeit und beeinträchtigten auch nicht das Image von Telefónica, sagte er der Deutschen Presseagentur. Gleichzeitig versuchte sich Gori in Schadensbegrenzung. Hesslers Äußerungen seien im Schock über den Verlust einer geliebten Person gemacht worden: "Hessler hat den Sohn von Gaddafi als Privatperson kennengelernt. Mit dem Vater hatte sie nie etwas zu tun."

Ob diese Begründung ausreicht, um Hesslers Karriere zu retten? Die 23-Jährige versucht gerade, ins Schauspielfach zu wechseln. Am Montagabend wird sie in einer modernen Version des Märchens "Cinderella" im italienischen Fernsehen Rai zu sehen sein. Doch dieses Mal werden die Zeitungen nicht von ihren stahlblauen Augen und ihrer blonden Mähne berichten, sondern vor allem über ihre zweifelhaften Äußerungen und den Ärger in Deutschland. Ein holpriger Start.


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