Das "Team Deutschland" hat bei den Olympischen Winterspielen ganz besondere Paarungen in seinen Reihen. Ob auf dem Eis, in der Bahn oder auf der Strecke: Diese Brüder und Schwestern zeigen, dass familiärer Zusammenhalt und sportlicher Ehrgeiz ein unschlagbares Team sind.
Nordische Kombination und Langlauf: Johannes und Coletta Rydzek
Die deutsche Langläuferin Coletta Rydzek (28) aus Oberstdorf kann auf familiäre Unterstützung bei Olympia zählen. Ihr Bruder Johannes Rydzek (34) ist als Nordischer Kombinierer ebenfalls am Start. Als sie ihre Sprint-Niederlage verkraften musste, war er zum Trösten an der Strecke. "Es war super schön, dass er heute da war, das bedeutet mir super viel", sagte sie laut "Bild".
"Wenn wir an einem Ort sind, versuche ich immer Colettas Rennen an der Strecke zu verfolgen und freue mich über ihre Erfolge", erklärte Johannes Rydzek, der an diesem Mittwoch in seinem ersten Wettkampf den achten Platz belegte, im vergangenen Januar im "Sportschau"-Podcast. Über Renntaktiken im Langlauf tauschen sich die beiden dann gerne auch mal aus. "Wir arbeiten die Rennen des anderen gemeinsam auf und geben Feedback", sagte Johannes Rydzek. "Das ist auch als Geschwister denke ich etwas einfacher, da man sich eher öffnet als vor anderen."
Eishockey: Lilli und Luisa Welcke
Die Zwillinge Lilli und Luisa Welcke (23) sind in ihren jungen Jahren feste Größen in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Die beiden stehen normalerweise in den USA für die Boston University auf dem Eis. Die in Heidelberg geborenen Spielerinnen leben nun gemeinsam ihren Olympia-Traum, und bisher läuft es für die eineiigen Zwillinge bestens: die Eishockey-Frauen stehen im Viertelfinale.
Bob: Adam und Issam Ammour
Die beiden Viererbob-Brüder Adam (24) und Issam Ammour (32) aus Gießen sind ebenso ein festes Team bei Olympia. Er fahre zu den Spielen "nicht mit einem Kumpel, Freund, Bro, Vorgesetzten oder Kollegen - sondern mit meinem Piloten. Mit meinem Bruder", schrieb Issam Ammour im Januar bei Instagram. "Fast hätte ich aufgegeben. Es hat jemanden gebraucht, der mich auffängt - und mir wieder den Glauben gibt, dass ich es doch schaffen kann. Dieser jemand ist mein kleiner Bruder. Der jüngste von uns vier." Adam erklärte der "Hessenschau" über die besondere Verbindung: "Wir gehen Hand in Hand in dem Sport. Das ist eine besondere Verbindung, wenn die Familie mit im Schlitten sitzt."
Snowboard: Christoph und Florian Lechner
Die Snowboarder Christoph (25) und Florian Lechner (20) haben zwar dieselbe Leidenschaft, starten jedoch für unterschiedliche Nationen. Am Mittwochabend geht es für beide in die Halfpipe-Qualifikation, Christoph startet für Deutschland, Florian für Österreich. Dazu erklärte der ältere der Brüder der "Bild"-Zeitung: "Florian hat als Kind beide Staatsbürgerschaften bekommen und ich hatte von Anfang an nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Ich bin dann auf das Sportinternat in Berchtesgaden, während Florian in Österreich zur Schule gegangen ist." Mit 18 habe sich sein Bruder dann "für eine von beiden Staatsbürgerschaften entschieden".
Ihn störe es "überhaupt nicht, dass wir für zwei Länder starten. Ich finde es einfach generell cool, dass mein Bruder mit dabei ist, und ich denke, wir werden hier auch eine gute Zeit zusammen haben." So würde er sich genauso über einen Erfolg seines Bruders freuen: "Eine Medaille für uns wäre krass."
Die Snowboarderinnen Kona (18) und Leilani Ettel (24) aus München reisten ebenfalls zu Olympia. In der Halfpipe verpassten die Schwestern jedoch das Finale am Donnerstag.