Was macht eigentlich... Paul Anka


Der Sänger und Komponist ist mit 60 Millionen verkaufter Alben einer der erfolgreichsten Entertainer - begonnen hatte alles 1957 mit "Diana"

Zur Person:

Paul Anka, geboren in Ottawa am 30.7. 1941, ist libanesischer Abstammung. Mit 15 bekam er den ersten Plattenvertrag. 1957 folgte "Diana", über 20 Millionen Mal verkauft. Er wurde ein Teenageridol, musste sich auf Drängen seines Managers einer Schlankheitskur und einer Nasenkorrektur unterziehen. 1968 schrieb er Sinatras Welthit "My Way". Aus der Ehe mit Anne DeZogheb hat er fünf Töchter, heute lebt Anka mit Karen Moore in Beverly Hills. Im Februar kommt er nach Deutschland.

Das Interview mit Paul Anka führte Andreas Renner

Ihren ersten Welthit "Diana" schrieben Sie mit 15 - für ein bestimmtes Mädchen?

Klar. Diana war älter als ich und sang mit mir im Schulchor. Ich war total verknallt, aber sie wollte nichts von mir wissen - selbst, als ich ihr "Diana" vorsang.

Haben Sie immer schon Songs schreiben wollen?

Mit 14 Jahren wollte ich Journalist werden, begann damit, meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Durch die Arbeit im Chor fing ich dann an, die Texte musikalisch umzusetzen. Na ja, dann kam "Diana". Meine Eltern waren nicht begeistert, dass ich als Teenager so viel auf Reisen war, mit Buddy Holly, Jerry Lee Lewis oder den Everly Brothers rund um den Globus auftrat. Sie hätten es lieber gesehen, wenn ich das Familienrestaurant in Ontario weitergeführt hätte.

"My Way" für Frank Sinatra haben Sie auch geschrieben.

Das ist neben "She's A Lady" für Tom Jones und natürlich "Diana" mein absoluter Favorit aus den rund 900 Liedern, die ich geschrieben habe. Mit Sinatra, den ich Ende der Fünfziger in Las Vegas kennen gelernt hatte, verband mich nicht nur eine enge Freundschaft, er war auch mein Inspirator. Er sagte damals, wohl eher im Spaß, dass er sich bald zur Ruhe setzen werde und Las Vegas Talente wie mich gut gebrauchen könnte.

Sie sind seit mehr als 45 Jahren im Geschäft. Muss man sich nach einer so langen Zeit immer neu erfinden, um erfolgreich zu bleiben?

Nein. Ich habe oft mit Künstlern der nächsten Generation gearbeitet, wie Madonna oder Michael Jackson. Ich finde auch Rapper und HipHopper wie Eminem und Jay-Z sehr talentiert. Es ist doch interessant, dass sie viel mehr mit moderner Technik arbeiten, als ich es gewohnt bin. Ich setze dennoch weiter auf meine Stimme, aber ich bin flexibel, wenn es um die Umsetzung geht. Ich habe jetzt ein Album aufgenommen, auf dem ich Rock- und Popklassiker der Achtziger im Swingstil singe.

In Las Vegas füllen wandlungsfähige Künstler wie Celine Dion oder Elton John jeden Abend die Hallen. Sind Entertainer vom alten Schlag da noch gefragt?

Ich stehe an rund 150 Tagen im Jahr irgendwo auf der Welt auf einer Bühne. Nicht nur in Las Vegas oder an den Niagarafällen, auch in meiner Heimat Kanada, in Brasilien oder Asien. In die Kon-zerte kommen auch viele junge Leute, manchmal sind die Twen-Fans sogar in der Überzahl. Musik ist nach wie vor meine große Leidenschaft, für andere Hobbys bleibt da nicht viel Zeit. Golf spielen kann ich schließlich mit 90 immer noch.

Was sagt Ihre Lebensgefährtin Karen Moore dazu, dass Sie so selten zu Hause sind?

Sie begleitet mich oft auf den Reisen. Und sind wir mal ein paar Wochen in Beverly Hills, nutzen wir die Zeit zum Wandern und für ausgiebige Bootsausflüge.

Sie haben fünf Töchter, mit einer haben Sie ein Duett gesungen. Sind die anderen auch musikalisch veranlagt?

Weniger. Eine ist Journalistin, eine Polizei-Psychologin, die andere Rechtsanwältin. Seit sie alle aus dem Haus sind, herrscht wieder mehr Ordnung in unserem Badezimmer. Da die Vornamen aller Töchter mit einem "A" beginnen, gab es oft Chaos bei der Nutzung der Handtücher mit den eingestickten Initialen. Meine Mädchen haben mich mittlerweile zum dreifachen Großvater gemacht. Zumindest in familiärer Hinsicht gehöre ich wohl doch zum alten Eisen.

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