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Werk von Andy Warhol: Ryan O'Neal darf Farrah Fawcett behalten

Farrah Fawcett vermachte ihre Kunstwerke einer Universität. Ein Portrait, das sie zeigt, wurde jetzt Ryan O'Neal zugesprochen. Das Warhol-Werk könnte bis zu zwölf Millionen Dollar wert sein.

Das juristische Tauziehen um ein Porträt der verstorbenen Schauspielerin Farrah Fawcett, angefertigt von Andy Warhol, ist vorüber. Und der Sieger heißt Ryan O'Neal. Knapp zwei Jahre dauerte der Rechtsstreit zwischen dem langjährigen Lebensgefährten der im Jahre 2009 an Krebs verstorbenenen "Drei Engel für Charly"-Darstellerin und der University of Texas.

Die Hochschule wollte das Bild für ihr Kunstmuseum, um es neben ein identisches Warhol-Werk der Schauspielerin zu hängen. Während der Beweisaufnahme argumentierten die Anwälte der Uni, dass O'Neal das Bild ohne Zustimmung des Künstlers oder von Fawcett in seinen Besitz genommen hätte. Doch Ryan bestand darauf, dass ihm das Portrait persönlich von Warhol geschenkt wurde.

Der Fall war kompliziert, da die Besitzverhältnisse nie dokumentiert wurden. In ihrem Testament vermachte Fawcett sämtliche Kunstwerke, die sich in ihrem Besitz befanden, der Universität von Texas. Fawcett hatte dort studiert, bevor sie ihren Durchbruch als Schauspielerin hatte. O'Neal sagte jedoch, das Bild sei ihm persönlich von Warhol geschenkt worden. Er habe im Jahr 1980 den Fototermin zwischen der damals beliebtesten Schauspielerin der USA und dem Künstler arrangiert, der die Grundlage für mehrere Bilder gewesen ist. Die einzige Bedingung sei gewesen, dass sowohl Fawcett als auch O'Neal jeweils ein Werk geschenkt bekommen würden. In der Folge wechselte das fragliche Bild nie den Besitzer und da es ein Geschenk war, gab es auch keine Quitting oder Ähnliches. Neun von zwölf Geschworenen in der Jury glaubten O'Neal.

Das Bild in der Reality-Show

Kurios war, wie die University of Texas überhaupt erst auf den Verbleib des zweiten Warhol-Bildes von der gebürtigen Texanerin Fawcett aufmerksam geworden war. Die Administratoren der Uni hatten es während der Ausstrahlung einer Reality-Show mit O'Neal und dessen Tochter Tatum gesehen und anschließend die Herausgabe des Bildes eingeklagt. Nachdem eine außergerichtliche Einigung nicht zustande kam, wurde Ende November diesen Jahres der Prozess eröffnet.

Der Schauspieler und Regisseur war während der Urteilssprechung nicht vor Gericht anwesend, da er nach Angaben seines Anwalts wegen einer Hautkrebswucherung in Behandlung gewesen war. Aber der gemeinsame Sohn von O'Neal und Fawcett Redmond sowie sein Halbbruder Patrick waren vor Ort.

Begeistert klopften sie sich auf die Schulter nach der Verkündigung des Urteils. "Farrah ist ein wahrer Engel", sagte Patrick vor dem Gerichtsgebäude zu Journalisten. Und sein Bruder Redmond fügte hinzu: "Ich bin überzeugt, dass Farrah etwas mit diesem Urteil heute zu tun hatte."

Die Beziehung zwischen Farrah Fawcett und Ryan O'Neal galt als überaus kompliziert. Sie waren nie verheiratet, aber fast 20 Jahre zusammen, hatten einen gemeinsamen Sohn, aber auch oft lautstarke Meinungsverschiedenheiten. Der Regisseur Ryan befindet sich außerdem seit Jahrzehnten im Streit mit seiner Tochter Tatum. Diese wurde im Alter von zehn Jahren zur jüngsten Oscar-Gewinnerin aller Zeiten für ihre Leistung in dem Film "Paper Moon". Ihr Vater spielte damals an ihrer Seite.